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"Hoahensteuer" in Biewer eingeführt

"Hoahensteuer" in Biewer eingeführt

Eine Flugstunde mit Stubbi und Käsestange, eine Frau, die immer zu spät kommt - die Kappensitzung des Biewener Vereins für Heimatpflege "Biewener Hoahnen" hat unter dem Motto "Schären zu teuer? Hoahnensteuer!" Flugbegleiterinnen, Handwerker und verrückte Hühner veräppelt.

Trier-Biewer. "Alles schön ironisch", sagte Prinzessin Sabine I. bei der Kappensitzung der "Biewener Hoahnen" in der Festhalle Auf der Kipp und beklatschte mit ihrem Gatten Prinz Stefan I. die Darbietungen. Gleich zu Beginn wurde das närrische Publikum geschockt: Der erste Vorsitzende, Jürgen Weiland, verkündete das Motto der Session: "Schären zu teuer? Hoahnensteuer!".

Vor dem Hahnenbanner auf der Bühne nahm das Publikum unter anderem an einer Flugstunde mit drei Flugbegleiterinnen teil. Der "Flug 2011" führte das Publikum auf eine Deutsch-Trierische Reise. Besonders exquisit schilderte er die Mahlzeit an Bord, die den Passagieren in Form einer Gerstenkaltschale (in Fachkreisen Bier genannt) kredenzt wurde: "En Stubbi, en Kässtang - mehr brauche mir nit!" Damit konnte allerdings Büttenrednerin Helga Puel nichts anfangen, denn die kommt immer zu spät. Sie berichtete dem Publikum aus ihrem Alltag, der sich durch ihr fehlendes Zeitgefühl nicht immer angenehm gestaltet.

Dann folgte ein Bühnendebüt: Martina Stadler, Schwester der Sitzungspräsidentin Sabine Kellersch, präsentierte ihre "Studie über Handwerker". Beim Vergleich von deutschen und polnischen Handwerkern blieben deutsche Tugenden wie Fleiß und Pünktlichkeit auf der Strecke. Laut der Studie renovieren polnische Handwerker innerhalb eines Tages ein komplettes Haus, während der deutsche Handwerker seinem Lehrling beim Gehen die Schuhe besohle, unterwegs das falsche Ersatzteil aus dem Baumarkt besorge und am Ende - nach nicht getaner Arbeit - auf die Rechnung noch eine extra Anfahrtspauschale setzen. Die Studie belegt: Das Publikum lacht.

Die Freude des Publikums kam auch in Hollywood an. Die Oldies-Tanzgruppe unter der Leitung von Christa Weiland verzückte auf der Bühne mit Klassikern wie "I'm singing in the rain" das Publikum mit eleganten Tänzen und glitzernden Kostümen.

Mit dabei auch die Moderatorin des Abends und Sitzungspräsidentin Sabine Kellersch, die nach dem Tanz direkt und außer Atem die Funkis begrüßte. Die Trierer Mundartband heizte dem Publikum dann mit Liedern wie "Wann ist eine Frau eine Frau?" (eine Parodie auf Herbert Grönemeyers Lied "Männer") oder "Kopf ab!" (mit der Melodie von Dschinghis Khans "Moskau") ein. Dafür ernteten sie reichlich Applaus und begeisterte Jubelrufe aus dem Publikum. Zwischen den Reden und Auftritten wurden Orden für Gäste aus Pfalzel und Ehrang und Helfer verliehen.

ExtraMitwirkende: Kindergarde: (Choreografie: Steffi Schwickerath, Betreuung: Susi Nerling); Prinzengarde (Choreografie: Steffi Schwickerath, Betreuung: Susi Nerling); Oldies-Tanzgruppe: (Choreografie: Christa Weiland); Vorträge: "Flug 2011" (Steffi Mohnke, Olivia Dietsch und Isabell Caunes); "Eine Frau, die immer zu spät kommt" (Helga Puel); "Studie über Handwerker" (Martina Stadler); "Das verrückte Huhn und Kai-Uwe" (Waltraud Casel); "Ein Penner" Bernd Hermersdorf; Männerballett KG Moselland Ehrang; Party-Alarm (Trier-Pfalzel). (sthi)