Hochseilakt soll beflügeln

TRIER. Fliegende Motorräder statt irdener Krieger: Die Moselland-Ausstellung hat gestern das Geheimnis um ihre diesjährigen Besuchermagnete gelüftet.

Im vergangenen Jahr waren es 20 stumme chinesische Terracotta-Krieger, die eigens angereist waren, um der Region die Moselland-Ausstellung (MA) schmackhafter zu machen. Die lebensgroßen Kopien sahen daraufhin rund 50 000 Menschen an sich vorbeiziehen - rund 20 000 weniger als man sich gewünscht hätte. Auch dieses Jahr hat Projektmanager Dietmar Jochim von der Pro Consult Messen GmbH aus Mainz wieder ein Ass im Ärmel. Ganz nach seinem Wunsch war die Ausstellungs-Attraktion bislang ein wohl gehütetes Geheimnis. Gestern wurde es gelüftet: Statt irdener Soldaten sollen ab dem 9. September in luftigen Höhen über den Zelten fahrende Motorräder als Publikumsmagnet dienen. Weltweit bekannte Hochseilartisten

Die Hochseilartistikgruppe der Familie Traber wird zwei mal täglich die "Original Traber Show" zeigen. Weltweit bekannt wurde die Artistenfamilie unter anderem mit einem Hochseilakt auf der Zugspitze in 2963 Metern Höhe, mit Motorrad-Salti über dem Brandenburger Tor oder mit einem Autoausflug, der auf zwei Seilen in die luftige Höhe des Stuttgarter Fernsehturms führte. Dies sind nur einige der Weltrekorde, mit denen sich die Seiltänzer in das Guinness-Buch der Rekorde beförderten. Vom 9. bis zum 17. September werden die Trabers im Messepark ihren Gleichgewichtssinn unter Beweis stellen. Täglich um 13 und um 15 Uhr sind sie für eine halbe Stunde mit Fahrrad, Motorrad oder zu Fuß auf einem Seil unterwegs, das in rund 60 Metern Höhe über den Zelten gespannt wird. Ein Netz gebe es nicht, sagt Jochim. Unter den 50 000 Zuschauern, die sich der Veranstalter mindestens erhofft, wird "Antenne West" täglich den "mutigsten Trierer" küren - jemanden, der es wagt, den Trabers sein Schicksal anzuvertrauen. Für alle, die etwas erdverbundener sind, bietet die MA auf rund 250 Quadratmetern die Möglichkeit zur kulturellen Weiterbildung. Eine Ausstellung zur Kunst Russlands zeigt Exponate von der Ikone des 18. Jahrhunderts bis hin zur neuzeitlichen Malerei. Ausgestellt werden nicht nur Bilder, sondern auch Schmuck, Teppiche oder Porzellan. Auf der Messebühne gibt es zudem täglich drei Modenschauen (um 12, 14 und 16 Uhr). Wie im vergangenen Jahr auch, wird für die Kleinen ein Messekindergarten eingerichtet, in dem professionelle Pädagogen kostenlos die Betreuung übernehmen. Der ebenfalls betreute "Kinderspielpark" ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet.Nur noch 60 Quadratmeter frei

Die neun Ausstellungshallen sind bereits größtenteils ausgebucht. "Von den 6400 Quadratmetern sind nur noch 60 frei", sagt Jochim - und erfahrungsgemäß gebe es immer einige Aussteller, die in letzter Minute noch ein Plätzchen suchten. Der Schwerpunkt der Verbraucherschau liege auf knapp der Hälfte der Ausstellungsfläche nach wie vor bei den Themen "Bauen, Haustechnik und Möbel", sagt der Projektmanager. Daneben seien aber auch der oft beschimpfte und dennoch stets von Menschentrauben umringte Gemüsehobel und viele andere Produkte für den täglichen Gebrauch zu sehen. 55 Prozent der rund 200 internationalen Aussteller kommen aus der Region Trier. Zur Eröffnung der MA wird es am Samstag, 9. September ab 13 Uhr den ersten "Moselland-Messelauf" geben. Kinder, Schüler und Erwachsene laufen auf drei verschiedenen Strecken zwischen 900 und 5000 Meter. Die Besten werden mit Preisen ausgezeichnet. Ein Startgeld wird nicht erhoben. Jeder Läufer kann eine Begleitperson mitbringen, die freien Eintritt zur Moselland-Ausstellung hat. Die MA ist täglich von 10 bis 18 Uhr geöffnet. Mit regulär fünf Euro ist der Eintritt deutlich günstiger als im Vorjahr. Kinder bis zwölf Jahre zahlen nichts. Dienstags und donnerstags kostet der Eintritt nur 2,50 Euro. An den Wochenenden pendelt von 10 bis 16 Uhr im Halbstundentakt ein kostenloser Sonderbus zwischen Bahnhof und Messegelände.

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