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Hochsicherheitszone Porta Nigra

Hochsicherheitszone Porta Nigra

TRIER. Wenn Angela Merkel und Gerhard Schröder kommen, verwandelt sich das Umfeld der Porta Nigra in eine Hochsicherheitszone. Die Bundesvorsitzende und Kanzlerkandidatin der CDU spricht heute Abend vor der Porta, die deshalb ab 16.30 Uhr geschlossen wird. Der Bundeskanzler folgt am 15. September.

Wenn es um Sicherheit auf höchstem Niveau geht, wird die Organisation einer zweistündigen Kundgebung zum Absprache-Marathon. Marianne Stauß, Kreisgeschäftsführerin der CDU, zählt im Gespräch mit dem TV in hohem Tempo die Institutionen auf, mit denen der Merkel-Besuch geregelt werden musste: "Polizei, Straßenverkehrsamt, Ordnungsamt, Tourist-Information, Feuerwehr sowie der Landesbetrieb Burgen, Schlösser, Altertümer." Denn die Porta Nigra ist direkt betroffen.Das Polizeipräsidium Trier fährt einen Großeinsatz und übt "in diesem Themenbereich aufgrund der besonderen Sensibilität große Zurückhaltung" - so formuliert es Pressesprecher Reinhard Rothgerber. Polizeidirektor Franz-Dieter Ankner wird den Einsatz leiten. Ankner ist ein Experte für brisante Situationen. Bevor er im Januar die Leitung der Polizeidirektion Trier übernahm, gehörte er 15 Jahre lang Spezialeinsatzkommandos (SEK) an, die den Polizeidienst in seiner härtesten Form kennen.

"Die Polizei wird die Porta mit Spürhunden durchsuchen, deshalb die Sperrung ab 16.30 Uhr", verrät Marianne Stauß. Der Truck mit den Rednern wird direkt vor dem weltberühmten schwarzen Tor stehen.

"Dieser Truck ist der Sicherheitsbereich eins", so Stauß. "Nur die Redner und das Organisationspersonal kommen dort durch." Dafür sorgen neben den wahrscheinlich allgegenwärtigen Polizeibeamten auch mehr als 50 Ordner der CDU. "Diese Ordner werden in Absprache mit der Polizei geschult und eingesetzt", sagt die CDU-Kreisgeschäftsführerin.

Vor dem Truck werden ab 15 Uhr 200 Bänke aufgestellt. Sie bilden heute Abend den Sicherheitsbereich zwei. "Hier kommt zwar jeder hinein, aber es wird schon sehr genau hingeschaut", erklärt Stauß. Auffälliges Verhalten, in welcher Form auch immer, wird direkte Reaktionen provozieren. Der Farbbeutel, der Joschka Fischer 1999 am Ohr traf und dem Bundesaußenminister das Trommelfell zerriss, sowie vor allem das Attentat auf Wolfgang Schäuble im Oktober 1990 sind den für die Sicherheit verantwortlichen Beamten noch deutlich in Erinnerung. Ob es im Umfeld der Porta Nigra zu weiteren Sperrungen kommt, ist noch unklar. "Eine eventuell notwendige Sperrung des Margaretengäßchens wird vor Ort entschieden", sagt Stauß.

Die CDU-Kundgebung beginnt heute um 19 Uhr mit einem musikalischen Vorprogramm, das die Gruppe "Amy Elaine" gestalten wird.

"Angie" kommt gegen 20 Uhr

Ab 19.30 Uhr sprechen die Bundestagsabgeordneten Bernhard Kaster und Peter Rauen, der CDU-Bezirksvorsitzende Michael Billen, der Kreisvorsitzende Ulrich Holkenbrink und der Landes- und Fraktionsvorsitzende Christoph Böhr. Mit Merkels Ankunft wird gegen 20 Uhr gerechnet. Route und Zusammensetzung ihres Fahrzeug-Konvois sind streng geheim.

Gleiche Stelle, andere Partei: Auch Bundeskanzler Gerhard Schröder wird vor der Porta Nigra sprechen. Sein Besuch am 15. September wird vom Bundeskriminalamt, der Bundespolizei, der Trierer Polizei und dem Parteivorstand koordiniert. "Wir setzen 40 eigene Ordner und einen vom Vorstand beauftragten Wachschutz ein", verrät SPD-Regionalgeschäftsführer Jens Rieger.

Die Porta und ihr nahes Umfeld werden zum Sicherheitsbereich, den man nur nach Anmeldung betreten darf. Wer sich nicht angemeldet hat, braucht einen guten Grund und die Bereitschaft zur Leibesvisitation. "Ab 15 Uhr geht rund um die Porta nichts mehr", kündigt Rieger an. Simeonstraße und Margaretengäßchen werden gesperrt - auch für die Busse.

Die Kanzler-Runde am 15. September beginnt um 15.30 Uhr mit der Trierer Band "Chock-a-Block". Ab 16.30 Uhr sprechen die SPD-Bundestagskandidaten Karl Diller, Elke Leonhard und Marcus Heintel. Ministerpräsident Kurt Beck wird um 17 Uhr, Bundeskanzler Schröder um 17.15 Uhr erwartet.