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Mosel/Trier/Eifel: Katastrophenfall ausgerufen - alle Entwicklungen im Ticker

Starkregen auch in der Nacht : Hochwasser von Trier bis Vulkaneifel: Der Mittwoch zum Nachlesen

Die Flusspegel steigen durch den Starkregen weiter. Feuerwehren bereiten sich nicht nur an der Mosel auf eine lange und schwierige Nacht vor. Eifelkreis und Vulkaneifelkreis haben den Kastrophenfall ausgerufen, die Schulen bleiben am Donnerstag zu.

Update 00.15 Uhr: Seniorenheim Kordel soll evakuiert werden

(har) Die Lage in Kordel hat sich im Verlauf des Abends immer weiter zugespitzt. Dort ist nicht nur der Strom ausgefallen. Es sieht am späten Abend so aus, als ob eine Überschwemmung des Ortskerns trotz aller Bemühungen nicht mehr verhindert werden kann. Im Lagezentrum des Landkreises Trier-Saarburg fällt deshalb die Entscheidung, das unweit der Kyll errichtete Kordeler Seniorenheim zu räumen. Das gestaltet sich nach Auskunft von Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, als schwierig. Denn einerseits ist aufgrund des Stromausfalls die Kommunikation mit Kordel nur schwer möglich. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Ort von der Außenwelt abgeschnitten wird. Denn die Verbindung über die B 422 nach Trier-Ehrang ist ebenfalls von den Wassermassen bedroht. Auch Anwohner in Häusern unweit der Kyll sollen aus dem Gefahrengebiet gebracht werden und die Nacht in einer Notunterkunft verbringen.  Müller: „Wir bereiten nun alles vor, damit wir die Menschen in Sicherheit bringen können.“

Update von 23.15 Uhr: Es wird weiter mit starken Regenfällen gerechnet

Laut Wetterdienst ist in der Nacht weiter mit starken Regenfällen zu rechnen. Die umstehenden Gewässer wie Mosel, Lieser, Kyll, Sauer steigen ebenso wie alle kleineren Bäche  schnell  und stark an. Die Feuerwehren fordern an vielen Orten die Bevölkerung deswegen auf, das Haus nicht zu verlassen und Elektrogeräte abzuschalten.

Update von 22.50 Uhr: Lage im Raum Welschbillig/Kordel kritisch

(har) Die Verantwortlichen im Landkreis Trier-Saarburg blicken mit Sorgen nach Norden. Aktuell sind rund 1000 Helfer von Feuerwehr, Rotem Kreuz und THW aktiv. Und das schon seit Stunden. Sorgen bereitet weiter die Lage im Raum Welschbillig - Kordel. In Konz-Könen wird gegen 22.30 Uhr mit schwerem Gerät versucht, zwei Regenrückhaltebecken wieder frei zu bekommen. 

Als ob das nicht genug wäre, gibt es die Befürchtung, dass im Eifelkreis die Tore des Biersdorfer Stausees geöffnet werden müssen. Dort wird die Prüm gestaut, von deren Pegeln ständig neue Höchststände vermeldet werden. Werden die Tore geöffnet, wird erst das Prümhochwasser im Unterlauf schnell steigen. Der Fluss fließt bei Minden in die Sauer. Auch dort werden dann die Pegel rasant steigen. Bessonders gefährlich ist dies, weil die Sauer ebenfalls Hochwasser führt. In Bollendorf war um 22.15 Uhr die kritische Marke von 3,50 Metern überschritten worden.

Update von 22.40 Uhr: Überflutung in Niederkail

In Niederkail trat der Kailbach über die Ufer und überflutete großflächig Grundstücke und Straßen. Die Anwohner versuchten mit Sandsäcken und anderen Barrikaden das Eindringen des Wassers in ihre Häuser zu verhindern.

Update von 22.35 Uhr: Überschwemmung in Binsfeld

Binsfeld: Am Abend wurde die B50 in der Ortsdurchfahrt Binsfeld gesperrt, da der Linsenbach die Fahrbahn und etliche Grundstücke überflutete. Die Keller einiger Häuser zwischen Bahnhofstraße und Kirchstraße liefen voll Wasser. Die Kanalisation konnte die Wassermassen, die von der Airbase Spangdahlem in Richtung Binsfeld strömten, nicht mehr aufnehmen. Auch die Landesstraße 46, die direkt an der Airbase entlangführt, wurde stellenweise überflutet.

Update von 22.20 Uhr: Lage in Trier vergleichsweise ruhig

(har) In Trier ist die Lage bis 22 Uhr vergleichsweise ruhig. Laut Presseamt gab es bis dahin 35 Einsätze. In Trier stürzten eine Handvoll Bäume um, meistens, weil der Untergrund unterspült war. Ein umgestürzter Baum im Layweg in Ehrang blockierte die einzige Zufahrt zum Wohngebiet auf der Bausch und wurde von der Berufsfeuerwehr und dem Löschzug Ehrang entfernt. Ein Baum auf dem Markusberg stürzte in eine Stromleitung und musste ebenfalls entfernt werden. Ein gutes Dutzend Mal mussten Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Löschzüge zum Auspumpen von Kellern ausrücken oder um mit Sandsäcken Häuser oder Wohnungen zu schützen. In einer Tiefgarage in Trier-Tarforst stand auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern das Wasser rund 10 Zentimeter hoch.

Die Berufsfeuerwehr war am Mittwoch mit Pumpen in Bitburg im Einsatz, der freiwillige Löschzug Pfalzel unterstützte in Wittlich, der Löschzug Olewig half in Hillesheim in der Vulkaneifel. Die Berufsfeuerwehr war mit Kräften außerdem in im Landkreis  Trier-Saarburg zur Unterstützung im Einsatz.

Update von 22.10 Uhr: Stromausfall in Teilen der VG Trier-Land

(har) Nun ist nach Auskunft des Trier-Saarburger Lagezentrum noch der Strom in Welschbillig, Aach und Kordel ausgefallen. Bürger sollen Hochwassergebiete meiden. Elektrogeräte sollen möglichst ausgeschaltet werden.

Update von 22.05 Uhr: Die Freiwillige Feuerwehr Welschbillig bittet um Hilfe

(har) In Welschbillig bitten die Helfer der Feuerwehr um Hilfe. Dort müssen schnell viele Sandsäcke gefüllt werden. 

Gegen 21 Uhr meldet die Verbandsgemeinde Trier-Land folgende Probleme:

Hangrutsch in Kordel hat Zufahrt zur Kläranlage verschüttet

  • Straßensperrungen:
  • B422 Welschbillig-Kordel
  • K18 Welschbillig-Hofweiler
  • K52 Daufenbach-Kordel
  • K7 Udelfangen-Katzbach
  • B418 Wintersdorf-Metzdorf
  • K43 Kordel-Butzweiler
  • Welschbillig-Idesheim

Update von 21.55 Uhr: Schulen im Eifelkreis bleiben morgen geschlossen

Vonseiten der Kreisverwaltung heißt es dazu: „Aufgrund der zunehmenden Gefährdungslage ruft der Eifelkreis mit sofortiger Wirkung den Katastrophenfall aus.

Zudem wurde soeben festgelegt, dass alle Schulen im Eifelkreis am morgigen Donnerstag, den 15. Juli, geschlossen bleiben.“

Update von 21.50 Uhr: Kyll in Kordel stark gestiegen

(har) Bis 21 Uhr vermeldet der Katastrophenschutz des Landkreises Trier-Saarburg 30 Einsätze. Haupteinsatzgebiete sind die Verbandsgemeinden Konz, Schweich und Trier-Land. 

Um 21 Uhr steht die Kyll in Kordel bei 4,41 Metern. Nur noch wenige Zentimeter und der Fluss tritt über die Ufer. Um das zu verhindern, hat die Feuerwehr 1000 Sandsäcke angefordert.

Im Raum Schweich sind inzwischen Wehren aus dem Raum Hochwald und Ruwer im Einsatz. Wehren aus Trier-Saarburg helfen im Nachbarkreis Bernkastel-Wittlich. Dort ist unter anderem an der Salm und der Lieser die Lage kritisch.

 In Trier gibt es ebenfalls Hochwassereinsätze. In Zewen macht ein Durchlass Probleme. Es staut sich. Die Berufsfeuerwehr ist im Einsatz, um Überflutungen zu verhindern. 

 Im Eifelkreis Bitburg-Prüm werden um 20.45 Uhr alle Brücken über die Prüm gesperrt. Es bestehe eine Gefährdungslage durch hohe und schnelle Wassermassen. Die Bürger sollen die Brücken weder begehen noch befahren. Mehr als 300 Helfer von Feuerwehr, DRK und THW sind im Einsatz.

In Prüm wird um 21.15 Uhr ein Pegel von 2,20 Meter gemessen. Das ist der höchste je gemessene Wert. Das gilt auch für die Pegel der Kyll in Densborn (3,36 Meter) und Gerolstein 3,27 Meter. 

Update von 21.45 Uhr: Wasserpumpen in Klausen benötigt

Am Abend war auch die Straße von  Altrich nach Wittlich gesperrt. Zudem bat die Feuerwehr Klausen via Facebook darum,  vorhandene Wasserpumpen, die zum Abpumpen von Wasser aus Kellern geeignet sind, im Feuerwehrhaus des Orts abzugeben, versehen mit einem Namensschild an der Pumpe.

Update von 21.25 Uhr: Katastrophenfall: Schulen bleiben in der Vulkaneifel morgen zu

Im Landkreis Vulkaneifel ist wegen durch den Dauerregen entstandenen dramatischen Situation der Katastrophenfall ausgerufen worden. Was bedeutet, dass der Kreis die Bundeswehr zur Unterstützung anfordern kann. Alle Einsätze werden von der Technischen Einsatzleitung in Hillesheim koordiniert. Neben der Bundeswehr sind alle Rettungskräfte (Feuerwehr, THW, DRK) im Dauereinsatz, sind doch viele Straßen sind gesperrt und manche Orte abgeschnitten. Bislang hat es laut Harald Schmitz, Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur des Kreises, keine Verletzten gegeben.

„Die Lage ist sehr ernst“, schildert Landrätin Julia Gieseking den Stand. Sie appelliert an die Bevölkerung: „Bleiben Sie zu Hause!“ In diesem Zusammenhang hat sie in Absprache mit den Bürgermeistern der drei Verbandsgemeinden beschlossen, dass die Schulen im Landkreis am Donnerstag geschlossen sind.  

Aktuelle Informationen auf www.vulkaneifel.de sowie über den Facebook- und den Instagram- Account des Kreises.

Update von 21.10 Uhr: Stromausfälle in Bernkastel-Wittlich möglich

Am Abend meldete die Technische Einsatzleitung (TEL) des Katastrophenschutzes des Landkreises Bernkastel-Wittlich bis in die frühen Abendstunden mehr als 80 Einsätze. Unterstützung hatten die Wehren  des Landkreises Bernkastel-Wittlich laut Kreisverwaltung auch durch die Unterstützung der Katastrophenschutzbereitschaft des Landkreises Trier-Saarburg. Die TEL warnte am Abend vor langanhaltenden und kreisweiten Stromausfällen, die nicht auszuschließen seien. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen sprach die Technische Einsatzleitung folgende Empfehlungen beziehungsweise Warnungen aus:

  •  Bitte meiden Sie Überschwemmungsgebiete und bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. 
  • Beobachten Sie die Pegelstände der Gewässer, Flüsse und Bäche in Ihrer Nähe und beachten Sie auch die Prognosen unter www.hochwasser-rlp.de
  • Achten Sie auf Durchsagen von Feuerwehr und Polizei.
  • Schützen Sie nach Möglichkeit Ihr Eigentum, zuvorderst jedoch Ihre Gesundheit.
  • Im Falle eines Stromausfalles bewahren Sie bitte Ruhe. Sollte das Absetzen eines Notrufes erforderlich undüber das Mobilfunknetz nicht möglich sein, suchen Sie bitte das Feuerwehrgerätehaus auf.

Update von 20.45 Uhr: Hochwasserlage im Eifelkreis weiter angespannt

Aus der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm heißt es: „Die durch den anhaltenden Starkregen ausgelöste Hochwasserlage ist im Eifelkreis weiterhin extrem angespannt. Die Pegel der Flüsse haben noch lange nicht ihren Scheitel erreicht, aber auch Erdrutsche sorgen für eine Vielzahl von Einsätzen. Zurzeit sind mehr als 300 Kräfte von Feuerwehr, THW und DRK im Einsatz. Die Technische Einsatzleitung ist mit 46 Kräften besetzt. Auch die Einsatzkräfte des LBM sind wegen überfluteter Straßen im Dauereinsatz; zahlreiche Straßen sind bereits für den Verkehr gesperrt.

Die Bevölkerung wird gebeten, Autofahrten auf ein Minimum zu beschränken. Es wird erwartet, dass die starke Regenintensität mit 80 bis 100 Liter pro Quadratmeter noch bis mindestens 1 Uhr anhält. Der aktuelle Lage-Schwerpunkt befindet sich im Norden des Kreises und bewegt sich allmählich in die südlicheren Kreisgebiete.“

Update von 20.25 Uhr: Schlechte Prognose zum Hochwasserstand - die Stadt Wittlich steht vor großen Herausforderungen

Von Bernkastel-Kues aus werden seit dem Nachmittag im Landkreis die Einsätze gesteuert und koordiniert. „Die Wehrleitungen vor Ort sind zuständig. Wenn ihnen aber Personal oder Material fehlen, etwa Sandsäcke, versucht die technische Einsatzleitung ihnen das Benötigte zuzuteilen“, sagt Kreissprecher Manuel Follmann. Mit dem Personal könnte es allerdings knapp werden. Alle Mann sind im Einsatz. Üppige Kapazitäten gibt es da kaum. Die  Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach, vor allem die Orte Reil, Wittlich, Landscheid und das gesamte Salmtal sind von Wassermassen überflutet. Auch der Verkehr ist davon betroffen. Die A 60 wird bereits am frühen Mittwochabend wegen Überflutungen zwischen Spangdahlem und Badem gesperrt. Auch auf der B 49 zwischen Wittlich und Bombogen geht nichts mehr. Autos fahren bei Wittlich gerade mal 20 oder sogar nur 10 km/h. Zahlreiche Buslinien der Moselbahn stellen ihre Fahrten entlang der Mosel am Nachmittag ein.

Der Pegelstand der Lieser bereitet der technischen Einsatzleitung derweil Sorgen. „3,60 Meter lautet die Prognose für heute Nacht. Das ist höher als der höchste Hochwasserstand im Jahr 2002. Das stellt die Stadt Wittlich vor enorme Herausforderungen“, sagt Follmann. Die Einsatzleitung sei um Polizeibeamte, Bundeswehrsoldaten und Sanitäter  ergänzt worden.  „Noch sind wir auf Stufe 3“, sagt Follmann. „Das heißt, die Verbandsgemeinden und die Stadt Wittlich sind für die Einsätze verantwortlich.“ Im Laufe der Nacht könne sich dies aber noch ändern. Wenn Häuser evakuiert werden müssten, werde man darüber entscheiden, ob Stufe 4 ín Kraft tritt. Ab dann hat der Kreis Bernkastel-Wittlich das Sagen.

Update von 19.50 Uhr: Eindrücke vom Hochwasser an Mosel, Saar und Co.

Seit Stunden regnet es in der Region ununterbrochen, die Pegel der Flüsse steigen an, Keller laufen voll. Unsere Reporter waren in der Region unterwegs und haben ihre Eindrücke in mehreren Bildergalerien festgehalten: Im Kreis Bernkastel Wittlich gibt es Überschwemmungen in Salmtal, in der Vulkaneifel tritt der Michelbach in Gerolstein über die Ufer und in der Eifel ziehen die Fluten von Nord nach Süd. Einen Gesamtüberblick über den Hochwasseralarm an Mosel, Saar, Sauer und den Katastrophenalarm in der Eifel gibt es hier.

Update von 19.25 Uhr: Überschwemmungen in den VGen Trier-Land und Schweich