Starkregen auch in der Nacht Hochwasser von Trier bis Vulkaneifel: Der Mittwoch zum Nachlesen

Update | Trier/Eifel/Mosel · Die Flusspegel steigen durch den Starkregen weiter. Feuerwehren bereiten sich nicht nur an der Mosel auf eine lange und schwierige Nacht vor. Eifelkreis und Vulkaneifelkreis haben den Kastrophenfall ausgerufen, die Schulen bleiben am Donnerstag zu.

Fotostrecke: Hochwasser in der Eifel am 14. Juli 2021
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Über die Ufer: Das Eifel-Hochwasser am Mittwoch

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Foto: TV/Christian Altmayer

Update 00.15 Uhr: Seniorenheim Kordel soll evakuiert werden

(har) Die Lage in Kordel hat sich im Verlauf des Abends immer weiter zugespitzt. Dort ist nicht nur der Strom ausgefallen. Es sieht am späten Abend so aus, als ob eine Überschwemmung des Ortskerns trotz aller Bemühungen nicht mehr verhindert werden kann. Im Lagezentrum des Landkreises Trier-Saarburg fällt deshalb die Entscheidung, das unweit der Kyll errichtete Kordeler Seniorenheim zu räumen. Das gestaltet sich nach Auskunft von Thomas Müller, Sprecher der Kreisverwaltung Trier-Saarburg, als schwierig. Denn einerseits ist aufgrund des Stromausfalls die Kommunikation mit Kordel nur schwer möglich. Andererseits besteht die Gefahr, dass der Ort von der Außenwelt abgeschnitten wird. Denn die Verbindung über die B 422 nach Trier-Ehrang ist ebenfalls von den Wassermassen bedroht. Auch Anwohner in Häusern unweit der Kyll sollen aus dem Gefahrengebiet gebracht werden und die Nacht in einer Notunterkunft verbringen.  Müller: „Wir bereiten nun alles vor, damit wir die Menschen in Sicherheit bringen können.“

Update von 23.15 Uhr: Es wird weiter mit starken Regenfällen gerechnet

Laut Wetterdienst ist in der Nacht weiter mit starken Regenfällen zu rechnen. Die umstehenden Gewässer wie Mosel, Lieser, Kyll, Sauer steigen ebenso wie alle kleineren Bäche  schnell  und stark an. Die Feuerwehren fordern an vielen Orten die Bevölkerung deswegen auf, das Haus nicht zu verlassen und Elektrogeräte abzuschalten.

Update von 22.50 Uhr: Lage im Raum Welschbillig/Kordel kritisch

(har) Die Verantwortlichen im Landkreis Trier-Saarburg blicken mit Sorgen nach Norden. Aktuell sind rund 1000 Helfer von Feuerwehr, Rotem Kreuz und THW aktiv. Und das schon seit Stunden. Sorgen bereitet weiter die Lage im Raum Welschbillig - Kordel. In Konz-Könen wird gegen 22.30 Uhr mit schwerem Gerät versucht, zwei Regenrückhaltebecken wieder frei zu bekommen. 

Als ob das nicht genug wäre, gibt es die Befürchtung, dass im Eifelkreis die Tore des Biersdorfer Stausees geöffnet werden müssen. Dort wird die Prüm gestaut, von deren Pegeln ständig neue Höchststände vermeldet werden. Werden die Tore geöffnet, wird erst das Prümhochwasser im Unterlauf schnell steigen. Der Fluss fließt bei Minden in die Sauer. Auch dort werden dann die Pegel rasant steigen. Bessonders gefährlich ist dies, weil die Sauer ebenfalls Hochwasser führt. In Bollendorf war um 22.15 Uhr die kritische Marke von 3,50 Metern überschritten worden.

Update von 22.40 Uhr: Überflutung in Niederkail

In Niederkail trat der Kailbach über die Ufer und überflutete großflächig Grundstücke und Straßen. Die Anwohner versuchten mit Sandsäcken und anderen Barrikaden das Eindringen des Wassers in ihre Häuser zu verhindern.

Update von 22.35 Uhr: Überschwemmung in Binsfeld

Bilder: Campingplatz Prümtal in Oberweis unter Hochwasser-Gefahr
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Campingplatz Prümtal in Oberweis unter Hochwasser-Gefahr

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Foto: Andreas Sommer

Binsfeld: Am Abend wurde die B50 in der Ortsdurchfahrt Binsfeld gesperrt, da der Linsenbach die Fahrbahn und etliche Grundstücke überflutete. Die Keller einiger Häuser zwischen Bahnhofstraße und Kirchstraße liefen voll Wasser. Die Kanalisation konnte die Wassermassen, die von der Airbase Spangdahlem in Richtung Binsfeld strömten, nicht mehr aufnehmen. Auch die Landesstraße 46, die direkt an der Airbase entlangführt, wurde stellenweise überflutet.

Update von 22.20 Uhr: Lage in Trier vergleichsweise ruhig

(har) In Trier ist die Lage bis 22 Uhr vergleichsweise ruhig. Laut Presseamt gab es bis dahin 35 Einsätze. In Trier stürzten eine Handvoll Bäume um, meistens, weil der Untergrund unterspült war. Ein umgestürzter Baum im Layweg in Ehrang blockierte die einzige Zufahrt zum Wohngebiet auf der Bausch und wurde von der Berufsfeuerwehr und dem Löschzug Ehrang entfernt. Ein Baum auf dem Markusberg stürzte in eine Stromleitung und musste ebenfalls entfernt werden. Ein gutes Dutzend Mal mussten Berufsfeuerwehr oder Freiwillige Löschzüge zum Auspumpen von Kellern ausrücken oder um mit Sandsäcken Häuser oder Wohnungen zu schützen. In einer Tiefgarage in Trier-Tarforst stand auf einer Fläche von rund 200 Quadratmetern das Wasser rund 10 Zentimeter hoch.

Die Berufsfeuerwehr war am Mittwoch mit Pumpen in Bitburg im Einsatz, der freiwillige Löschzug Pfalzel unterstützte in Wittlich, der Löschzug Olewig half in Hillesheim in der Vulkaneifel. Die Berufsfeuerwehr war mit Kräften außerdem in im Landkreis  Trier-Saarburg zur Unterstützung im Einsatz.

Update von 22.10 Uhr: Stromausfall in Teilen der VG Trier-Land

(har) Nun ist nach Auskunft des Trier-Saarburger Lagezentrum noch der Strom in Welschbillig, Aach und Kordel ausgefallen. Bürger sollen Hochwassergebiete meiden. Elektrogeräte sollen möglichst ausgeschaltet werden.

Update von 22.05 Uhr: Die Freiwillige Feuerwehr Welschbillig bittet um Hilfe

(har) In Welschbillig bitten die Helfer der Feuerwehr um Hilfe. Dort müssen schnell viele Sandsäcke gefüllt werden. 

Gegen 21 Uhr meldet die Verbandsgemeinde Trier-Land folgende Probleme:

Hangrutsch in Kordel hat Zufahrt zur Kläranlage verschüttet

  • Straßensperrungen:
  • B422 Welschbillig-Kordel
  • K18 Welschbillig-Hofweiler
  • K52 Daufenbach-Kordel
  • K7 Udelfangen-Katzbach
  • B418 Wintersdorf-Metzdorf
  • K43 Kordel-Butzweiler
  • Welschbillig-Idesheim

Update von 21.55 Uhr: Schulen im Eifelkreis bleiben morgen geschlossen

Fotos: Juli-Hochwasser 2021 in Gerolstein - Michelbach tritt über Ufer
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Michelbach tritt beim Juli-Hochwasser in Gerolstein über die Ufer

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Foto: Privat

Vonseiten der Kreisverwaltung heißt es dazu: „Aufgrund der zunehmenden Gefährdungslage ruft der Eifelkreis mit sofortiger Wirkung den Katastrophenfall aus.

Zudem wurde soeben festgelegt, dass alle Schulen im Eifelkreis am morgigen Donnerstag, den 15. Juli, geschlossen bleiben.“

Update von 21.50 Uhr: Kyll in Kordel stark gestiegen

(har) Bis 21 Uhr vermeldet der Katastrophenschutz des Landkreises Trier-Saarburg 30 Einsätze. Haupteinsatzgebiete sind die Verbandsgemeinden Konz, Schweich und Trier-Land. 

Um 21 Uhr steht die Kyll in Kordel bei 4,41 Metern. Nur noch wenige Zentimeter und der Fluss tritt über die Ufer. Um das zu verhindern, hat die Feuerwehr 1000 Sandsäcke angefordert.

Im Raum Schweich sind inzwischen Wehren aus dem Raum Hochwald und Ruwer im Einsatz. Wehren aus Trier-Saarburg helfen im Nachbarkreis Bernkastel-Wittlich. Dort ist unter anderem an der Salm und der Lieser die Lage kritisch.

 In Trier gibt es ebenfalls Hochwassereinsätze. In Zewen macht ein Durchlass Probleme. Es staut sich. Die Berufsfeuerwehr ist im Einsatz, um Überflutungen zu verhindern. 

 Im Eifelkreis Bitburg-Prüm werden um 20.45 Uhr alle Brücken über die Prüm gesperrt. Es bestehe eine Gefährdungslage durch hohe und schnelle Wassermassen. Die Bürger sollen die Brücken weder begehen noch befahren. Mehr als 300 Helfer von Feuerwehr, DRK und THW sind im Einsatz.

In Prüm wird um 21.15 Uhr ein Pegel von 2,20 Meter gemessen. Das ist der höchste je gemessene Wert. Das gilt auch für die Pegel der Kyll in Densborn (3,36 Meter) und Gerolstein 3,27 Meter. 

Update von 21.45 Uhr: Wasserpumpen in Klausen benötigt

Am Abend war auch die Straße von  Altrich nach Wittlich gesperrt. Zudem bat die Feuerwehr Klausen via Facebook darum,  vorhandene Wasserpumpen, die zum Abpumpen von Wasser aus Kellern geeignet sind, im Feuerwehrhaus des Orts abzugeben, versehen mit einem Namensschild an der Pumpe.

Update von 21.25 Uhr: Katastrophenfall: Schulen bleiben in der Vulkaneifel morgen zu

Im Landkreis Vulkaneifel ist wegen durch den Dauerregen entstandenen dramatischen Situation der Katastrophenfall ausgerufen worden. Was bedeutet, dass der Kreis die Bundeswehr zur Unterstützung anfordern kann. Alle Einsätze werden von der Technischen Einsatzleitung in Hillesheim koordiniert. Neben der Bundeswehr sind alle Rettungskräfte (Feuerwehr, THW, DRK) im Dauereinsatz, sind doch viele Straßen sind gesperrt und manche Orte abgeschnitten. Bislang hat es laut Harald Schmitz, Brand- und Katastrophenschutz-Inspekteur des Kreises, keine Verletzten gegeben.

„Die Lage ist sehr ernst“, schildert Landrätin Julia Gieseking den Stand. Sie appelliert an die Bevölkerung: „Bleiben Sie zu Hause!“ In diesem Zusammenhang hat sie in Absprache mit den Bürgermeistern der drei Verbandsgemeinden beschlossen, dass die Schulen im Landkreis am Donnerstag geschlossen sind.  

Aktuelle Informationen auf www.vulkaneifel.de sowie über den Facebook- und den Instagram- Account des Kreises.

Update von 21.10 Uhr: Stromausfälle in Bernkastel-Wittlich möglich

Am Abend meldete die Technische Einsatzleitung (TEL) des Katastrophenschutzes des Landkreises Bernkastel-Wittlich bis in die frühen Abendstunden mehr als 80 Einsätze. Unterstützung hatten die Wehren  des Landkreises Bernkastel-Wittlich laut Kreisverwaltung auch durch die Unterstützung der Katastrophenschutzbereitschaft des Landkreises Trier-Saarburg. Die TEL warnte am Abend vor langanhaltenden und kreisweiten Stromausfällen, die nicht auszuschließen seien. Mit Blick auf die aktuellen Entwicklungen sprach die Technische Einsatzleitung folgende Empfehlungen beziehungsweise Warnungen aus:

  •  Bitte meiden Sie Überschwemmungsgebiete und bleiben Sie nach Möglichkeit zu Hause. 
  • Beobachten Sie die Pegelstände der Gewässer, Flüsse und Bäche in Ihrer Nähe und beachten Sie auch die Prognosen unter www.hochwasser-rlp.de
  • Achten Sie auf Durchsagen von Feuerwehr und Polizei.
  • Schützen Sie nach Möglichkeit Ihr Eigentum, zuvorderst jedoch Ihre Gesundheit.
  • Im Falle eines Stromausfalles bewahren Sie bitte Ruhe. Sollte das Absetzen eines Notrufes erforderlich undüber das Mobilfunknetz nicht möglich sein, suchen Sie bitte das Feuerwehrgerätehaus auf.

Update von 20.45 Uhr: Hochwasserlage im Eifelkreis weiter angespannt

Aus der Kreisverwaltung Bitburg-Prüm heißt es: „Die durch den anhaltenden Starkregen ausgelöste Hochwasserlage ist im Eifelkreis weiterhin extrem angespannt. Die Pegel der Flüsse haben noch lange nicht ihren Scheitel erreicht, aber auch Erdrutsche sorgen für eine Vielzahl von Einsätzen. Zurzeit sind mehr als 300 Kräfte von Feuerwehr, THW und DRK im Einsatz. Die Technische Einsatzleitung ist mit 46 Kräften besetzt. Auch die Einsatzkräfte des LBM sind wegen überfluteter Straßen im Dauereinsatz; zahlreiche Straßen sind bereits für den Verkehr gesperrt.

Die Bevölkerung wird gebeten, Autofahrten auf ein Minimum zu beschränken. Es wird erwartet, dass die starke Regenintensität mit 80 bis 100 Liter pro Quadratmeter noch bis mindestens 1 Uhr anhält. Der aktuelle Lage-Schwerpunkt befindet sich im Norden des Kreises und bewegt sich allmählich in die südlicheren Kreisgebiete.“

Update von 20.25 Uhr: Schlechte Prognose zum Hochwasserstand - die Stadt Wittlich steht vor großen Herausforderungen

Von Bernkastel-Kues aus werden seit dem Nachmittag im Landkreis die Einsätze gesteuert und koordiniert. „Die Wehrleitungen vor Ort sind zuständig. Wenn ihnen aber Personal oder Material fehlen, etwa Sandsäcke, versucht die technische Einsatzleitung ihnen das Benötigte zuzuteilen“, sagt Kreissprecher Manuel Follmann. Mit dem Personal könnte es allerdings knapp werden. Alle Mann sind im Einsatz. Üppige Kapazitäten gibt es da kaum. Die  Verbandsgemeinden Wittlich-Land und Traben-Trarbach, vor allem die Orte Reil, Wittlich, Landscheid und das gesamte Salmtal sind von Wassermassen überflutet. Auch der Verkehr ist davon betroffen. Die A 60 wird bereits am frühen Mittwochabend wegen Überflutungen zwischen Spangdahlem und Badem gesperrt. Auch auf der B 49 zwischen Wittlich und Bombogen geht nichts mehr. Autos fahren bei Wittlich gerade mal 20 oder sogar nur 10 km/h. Zahlreiche Buslinien der Moselbahn stellen ihre Fahrten entlang der Mosel am Nachmittag ein.

Der Pegelstand der Lieser bereitet der technischen Einsatzleitung derweil Sorgen. „3,60 Meter lautet die Prognose für heute Nacht. Das ist höher als der höchste Hochwasserstand im Jahr 2002. Das stellt die Stadt Wittlich vor enorme Herausforderungen“, sagt Follmann. Die Einsatzleitung sei um Polizeibeamte, Bundeswehrsoldaten und Sanitäter  ergänzt worden.  „Noch sind wir auf Stufe 3“, sagt Follmann. „Das heißt, die Verbandsgemeinden und die Stadt Wittlich sind für die Einsätze verantwortlich.“ Im Laufe der Nacht könne sich dies aber noch ändern. Wenn Häuser evakuiert werden müssten, werde man darüber entscheiden, ob Stufe 4 ín Kraft tritt. Ab dann hat der Kreis Bernkastel-Wittlich das Sagen.

Update von 19.50 Uhr: Eindrücke vom Hochwasser an Mosel, Saar und Co.

Seit Stunden regnet es in der Region ununterbrochen, die Pegel der Flüsse steigen an, Keller laufen voll. Unsere Reporter waren in der Region unterwegs und haben ihre Eindrücke in mehreren Bildergalerien festgehalten: Im Kreis Bernkastel Wittlich gibt es Überschwemmungen in Salmtal, in der Vulkaneifel tritt der Michelbach in Gerolstein über die Ufer und in der Eifel ziehen die Fluten von Nord nach Süd. Einen Gesamtüberblick über den Hochwasseralarm an Mosel, Saar, Sauer und den Katastrophenalarm in der Eifel gibt es hier.

Update von 19.25 Uhr: Überschwemmungen in den VGen Trier-Land und Schweich

In einer Pressemitteilung der Technischen Einsatzleitung Trier-Saarburg heißt es: „Die Wetterlage im Landkreis Trier-Saarburg zeigt sich momentan schwerpunktmäßig mit Überschwemmungen in den Verbandgemeinden Trier-Land und der Verbandsgemeinde Schweich. Zur Zeit sind im Landkreis 22 laufende Einsätze in allen Verbandsgemeinden, die von den Organisationen abgearbeitet werden. Laut Wetterdienst ist weiterhin mit starken Regenfällen zu rechnen, die Pegelstände der umstehenden Gewässer sind ebenfalls schnell stark steigend.

 Treffen Sie alle Sicherheitsmaßnahmen an Ihrem Gebäude. Entfernen Sie alle losen Gegenstände. Schalten Sie alle Elektrogeräte in Überschwemmungs-Risikogebieten ab.“

Update von 18.35 Uhr: Acht Einsätze in der Verbandsgemeinde Konz

In der Verbandsgemeinde Konz laufen zurzeit laut Auskunft von Boris Krebs, Pressesprecher der Feuerwehr Konz, acht Einsätze wegen des andauernden Regens. „Schwerpunkt ist Tawern“, sagt Krebs auf TV-Anfrage. Dort drohe ein Bach über die Ufer zu treten und die Fleischerei im Ort zu überfluten. Zudem seien mehrere Nebenstraßen und Keller überflutet. In Wasserliesch und Oberbillig werde der Hochwasserschutz aufgebaut.

Update von 17.45 Uhr: Kreis Bernkastel-Wittlich bildet Krisenstab wegen Hochwasser

Der Kreis Bernkastel-Wittlich hat nach Angaben von Sprecher Manuel Follmann am späten Nachmittag einen Krisenstab eingerichtet. Derzeit sind vor allem die Orte in der VG Wittlich-Land rund um Salmtal vom Hochwasser betroffen. Bäche treten über die Ufer, Straßen und Felder werden überschwemmt. Auch Teile der Gleise der Bahnstrecke Trier-Koblenz stehen in diesem Bereich unter Wasser.

Update von 17.24 Uhr: Eifelkreis ruft den Katastrophenfall aus

„Für den Eifelkreis rufen wir den Katastrophenfall aus“, erklärt der stellvertretende Kreisfeuerwehrinspekteur Willi Schlöder. Die Pegel an Nims, Kyll und Prüm steigen rasant und es wird mit immer weiteren Überschwemmungen gerechnet. „Wir messen hier, wie das Wasser in nur einer halben Stunde um 50 Zentimeter steigt“, erklärt Schlöder, während noch stärkere Regenfälle bevorstehen. „Wir fordern jetzt alles an, was wir aus weniger betroffenen Regionen bekommen können.“

Update von 16.59 Uhr: Umweltamt warnt vor 20-Jahr-Hochwasser an der Kyll

Die Sorgen, dass ein Kyll-Hochwasser gefährlicher werden könnte als vor wenigen Jahren, scheinen berechtigt. Die Verbandsgemeinde Prüm meldete am Mittwoch eine „bedrohliche Wetterlage“ über dem Prümer Land. Das rheinland-pfälzische Umweltamt sah am Mittwoch eine „hohe Hochwassergefährdung“ für das obere Kyll-Einzugsgebiet. Es sei mit Über-20-jährlichem Hochwasser zu rechnen. Das bedeutet, laut den aktuellen Berechnungen ist ein Hochwasser möglich, wie es statistisch nur alle 20 Jahre eintritt.

Update von 16.49 Uhr: Feuerwehr erwartet weitere Überflutungen im Kreis Bernkastel-Wittlich

Der Dauerregen, der am Nachmittag immer dichter und heftiger wurde, hat die Feuerwehren im Landkreis Bernkastel-Wittlich in Alarmbereitschaft versetzt. „Wir haben aktuell 40 Einsatzstellen“, meldet Jörg Teusch, Chef der Kreisfeuerwehr, bereits gegen 16 Uhr. Besonders heftig sei es in Wittlich-Land, Wittlich Stadt und in Dreis. Auch die Verbandsgemeinde Traben-Trarbach sei stark betroffen. Das THW ist komplett alarmiert. „Wir sind dabei, die Stabsstellen aufzubauen.“ Teusch rechnet mit einer langen Nacht. „Mein Prognose ist, das es heute noch bis 24 Uhr zu einigen Überflutungen kommt. Bislang sind wir in Phase eins.“

Update von 16.35 Uhr: Mosel in Trier steigt weiter - Stadt klärt über kritischen Pegel auf

Um 16 Uhr stand der Mosel-Pegel in Trier bei 4,19 Meter. Das bedeutet einen Anstieg von 22 Zentimetern in nur zwei Stunden. Bis zum Donnerstagvormittag wird ein Stand über 8 Meter erwartet. Die Stadt Trier hat die notwendigen Maßnahmen zum Hochwasserschutz eingeleitet. Dazu gehört etwas der Aufbau mobiler Hochwasserschutz-Elemente und das Schließend der Schutztore. Am Moselufer ist in der Region trotzdem Vorsicht geboten. In Konz müssen Campingplätze geräumt werden.

Ein Grund zur Panik ist das nicht. „Dramatisch wird die Mosel-Hochwasserlage in der Regel erst ab etwa 10 Metern am Pegel Trier“, erklärt ein Sprecher der Stadtverwaltung Trier. Harmlos ist die Entwicklung aber auch nicht, wie bereits ein zweiter Blick auf die Mosel zeigt.

Nicht nur in der Eifel-Region bereiten die Wassermassen des Flusses Sorgen. In Koblenz, wo der Rhein die Hochwasser-Gefahr zusätzlich erhöht, wurden bereits früher am Tag erste Hochwasserschutzwände aufgebaut.

Update von 15.50 Uhr: Hochwasser trifft erste Gemeinden im Eifelkreis an Prüm, Nims und Kyll

Die Lage war am Mittwoch zunächst ruhig. Am Nachmittag wurde die Lage stellenweise plötzlich ernst und die Notrufe gingen im Minutentakt ein. Allein im Eifelkreis waren es rund 50 Einsätze bis 15 Uhr. Häuser werden überschwemmt, ein Sägewerk an der Nims steht unter Wasser. Im Kreis Bitburg kam es zu ersten Straßensperrungen.

Im Vergleich zum Hochwasser von 2018 befürchtet man mancherorts schon eine schlimmere Hochwasserlage im Eifelkreis. Das Wasser drückt nicht nur die Hänge hinunter. So blickt man in Bitburg bereits mit Sorgen auf die Kyll, die dieses Mal zu einer größeren Gefahr wird. Nach tagelangem Regen ist der Pegel gefährlich hoch.

Update von 15.14 Uhr: Wetterdienst hat schlechte Aussichten für Saar, Mosel und weitere Flüsse

Eine Sprecherin des Deutschen Wetterdienstes bezeichnete die bisherigen Niederschläge als eher „zurückhaltend“. Zugleich sage sie der Deutschen Presse-Agentur: „Der eigentliche Niederschlag kommt erst noch.“ An den Ufern von der Saar über die Mosel bis hin zu Prüm, Nims und Kyll dürfte sich die Lage also eher verschärfen als entspannen.

Update von 14.52 Uhr: Kein Ende des Starkregens in Sicht - Lange Nacht für Feuerwehren

Der Deutsche Wetterdienst rechnet für den Mittwoch auch weiter mit Starkregen, der gebietsweise bis zum Donnerstag anhalten kann. Wegen des drohenden Hochwassers wird ein Abbau des Riesenrads in Bernkastel-Kues erwogen.

Gefahr besteht an verschiedenen Flüssen, so zum Beispiel im Bereich der Lieser, die von der Eifel in die Mosel führt. „Wir machen uns auf eine lange Nacht gefasst“, sagt der Feuerwehr-Chef in Bernkastel-Kues. Er bewertet die Gefahrenlage in diesem Jahr als außergewöhnlich.

Update von 14.27 Uhr: Feuerwehren im Einsatz - Starkregen lässt Hochwasser-Gefahr steigen

Nach starken Regenfällen sind die Pegel in der Region weiter angestiegen. An der Mosel herrscht noch kein Hochwasser, doch der Pegel stand um 14 Uhr bei 3,97 Metern. Laut den aktuellen Prognosen des Hochwassermeldedienstes könnte er noch vor Tageswechsel auf 5 Meter steigen.

Auch an der Prüm macht man sich für ein Hochwasser bereit. Der Campingplatz Prümtal wurde bereits teilevakuiert. Die Feuerwehren sind zu ersten Einsätzen ausgerückt.

Erstmeldung: Warnungen vor Hochwasser in der Region Trier/Mosel/Eifel

Starke Regenfälle könnten in den nächsten Tagen für Hochwasser in der Region Trier sorgen. Nach Angaben des Hochwassermeldedienstes könnte der Pegel der Mosel auch in Trier in den nächsten Tagen stark steigen. Steht er bei der letzten Meldung von Mittwoch, 12:15 Uhr, noch bei 3,77 Metern wird er nach Hochrechnungen wohl noch heute die Marke von 5 Metern erreichen. Bis Donnerstagvormittag zeigt die grafische Vorhersage des Hochwassermeldedienstes sogar einen Anstieg auf bis zu 7 Meter und mehr.

Neben den Regenfällen der vergangenen Tage sind für die möglichen Hochwasser an Mosel und weiteren Flüssen „extreme Unwetter“ bis zum Donnerstagmorgen verantwortlich. Das teilte der Deutsche Wetterdienst mit. Der Schwerpunkt in Rheinland-Pfalz und Saarland liegt in nördlichen und westlichen Regionen. Örtlich können Niederschlagsmengen bis 130 Liter pro Quadratmeter erreicht werden, punktuell auch bis zu 200 Liter.

Hochwasser an der Mosel in Trier: Ab 6,95 Meter kein Schiffverkehr

Mario Marx, Abteilungsleiter Einsatz-Organisation bei der Berufsfeuerwehr Trier, schätzt, dass die Schwelle von 6,95 Metern am heutigen Mittwoch in Trier erreicht wird. Steht der Pegel der Mosel höher als diese Marke, wird der Schiffsverkehr in Trier eingestellt. Ab neun Metern ist der Stadtteil Pfalzel auf den mobilen Hochwasserschutz angewiesen.

Neben der Mosel droht auch Hochwasser an Dhron, Prüm und Lieser

Auch die Pegel anderer Flüsse in der Region sind erhöht. Aktuell führen nach Angaben des Hochwassermeldedienstes die Prüm, die Dhron und die Lieser etwas mehr Wasser als normal. Die Feuerwehren in der Eifel haben sich bereits für ein mögliches Hochwasser gerüstet. So erklärt beispielsweise der Prümer Feuerwehrsprecher Manfred Schuler unserer Zeitung: „Die Kollegen haben in Schwirzheim 1200 Sandsäcke am Raiffeisenlager befüllt.“ Zwar sitze noch niemand in der Einsatzzentrale. „Aber alle sind in Alarmbereitschaft und minutenschnell einsatzbereit.“

Vorhersage der Unwetterzentrale: Starkregen bis Freitag

Bereits am Dienstag brachte ein Tiefdruckgebiet anhaltenden Regen in die Region. In Rheinland-Pfalz und dem Saarland gingen bis zu 40 Liter Regen pro Quadratmeter nieder. Die Unwetterzentrale hat für Trier eine Unwetterwarnung der Stufe Rot vor Starkregen herausgegeben. Diese ist gültig von Mittwoch, 14. Juli, 8 Uhr, bis Freitag, 16. Juli, 8 Uhr. Die Warnung gilt für alle Höhenstufen. Die Unwetterzentrale meldet „anhaltenden gewittrigen Starkregen mit 60 bis 100 Litern pro Quadratmetern in 24 Stunden.“

Immer wieder gab es in den vergangenen Jahren in der Region Trier größere Unwetter, die auch zu Mosel-Hochwasser führten. Hier haben wir eine Chronologie der Ereignisse in den vergangenen Jahren zusammengestellt.

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