Umwelt : Besserer Schutz vor Sturzfluten

Das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Kenn soll nach und nach umgesetzt werden. Der Reinsbach in Naurath wird renaturiert.

Schon mehrfach ist der Ort Kenn von Überschwemmungen heimgesucht worden, zuletzt in den Jahren 2012 und 2016 nach starken Regenfällen. Die Sturzfluten von Kenner Bach und Geischbach strömten unkontrolliert von den Bergrücken in den Ort, führten große Mengen von Schlamm und Steinen mit und richteten große Schäden an. Seit Mitte 2017 wird im Auftrag der Verbandsgemeinde Schweich an einem Hochwasserschutzkonzept für Kenn gearbeitet. Die Eckpunkte stellte Planer Volker Thesen vom Büro Homme kürzlich im Verbandsgemeinderat Schweich vor.

Sukzessive sollen 50 Maßnahmen in fünf Problembereichen angegangen werden. In Ortsbegehungen, unter anderem mit der Feuerwehr und dem Forst, sowie in zwei Workshops, an denen etwa 40 Bürger teilgenommen hatten, wurden die Schwachpunkte dokumentiert und Gegenmaßnahmen erörtert. Unter anderem sollen Rückhaltemöglichkeiten für das Wasser geschaffen und Durchlässe und Rückhaltebecken auf ihre Funktionsfähigkeit überprüft werden.

Flankierende Maßnahmen sind laut Planer Thesen Notfallpläne für Rettungskräfte und Bewohner. Die örtliche Feuerwehr soll eine bessere Ausrüstung erhalten. In den Ausschüssen der VG werde demnächst erörtert, wie der erstellte Maßnahmenkatalog abgearbeitet werden könne, kündigte Bürgermeisterin Christiane Horsch an.

In Naurath ist die Renaturierung des Reinsbachs geplant, falls die Förderung in Höhe von 90 Prozent durch das Landesprogramm Aktion Blau plus gewährleistet ist. Mit der Struktur- und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord, der Gemeinde und den Anliegern sei das Projekt bereits abgestimmt, hieß es im VG-Rat. Ortsbürgermeister Jürgen Pull begrüßt, dass die Arbeiten am Bach (Freilegung und Verlegung) mit der Planung für ein neues Baugebiet abgestimmt werden. Im Neubaugebiet soll der Reinsbach offen fließen, ebenfalls im Spielplatzbereich. Die Baukosten werden auf 215 000 Euro geschätzt. Einer Machbarkeitsstudie für die Renaturierung des Föhrenbachs beim Schloss Föhren stimmte der Rat einhellig zu. Am Rande des Meulenwalds speist der Föhrenbach drei Teiche. Unter Berücksichtigung von denkmalpflegerischen Vorgaben könnte der Bach in Schlossnähe in einen naturnahen Zustand zurückversetzt werden, so das Ergebnis einer Besichtigung von Behördenvertretern. Eine Förderung von 90 Prozent der Kosten wurde in Aussicht gestellt. Die Arbeiten sollen nur vergeben werden, wenn diese hohe Förderung gewährleistet ist.