Höchst unerfreulich

Zum Thema Busverkehr in Trier diese Zuschrift:

Einmal im Jahr fahre ich mit dem Zug von Hannover nach Trier, um bei einem Winzer mit einem Freund zusammen einige Tage bei der Weinlese zu helfen. Ich nehme den Zug, um die lange stressige Autobahnfahrt von Hannover nach Trier und zurück zu vermeiden. Da die Freunde kein Auto besitzen, habe ich - in Trier angekommen - bisher immer den Bus vom Hauptbahnhof zur Weismark hinaus genommen, wobei mir in den vergangenen Jahren schon aufgefallen ist, dass sich das Busangebot durch Verlängerung der Taktzeiten jedesmal wieder ein wenig verschlechtert hatte. Der exotische Ferienfahrplan, über den der Fremde informiert sein sollte, kompliziert die Sache noch zusätzlich. Der autolose Tourist wie ich wartet also, wenn er kein Taxi nehmen will, geduldig auf dem wenig einladenden Bahnhofsvorplatz auf den nächsten Bus mit der Aufschrift "Weismark". Diesmal kam ich am Sonntagnachmittag an und hatte besonderes Pech, denn der Bus in Richtung Weismark war gerade abgefahren. Jetzt sollte ich laut Fahrplan und Auskunft anderer Wartender eine geschlagene Stunde auf den nächsten Bus warten. Das halte ich an einem Sonntagnachmittag für eine Zumutung und unwürdig für eine Kulturstadt wie Trier. Natürlich reiben sich die Taxiunternehmer die Hände, denn auch ich habe letztlich ein Taxi genommen, um nicht soviel Zeit zu verlieren. Aber wenn ich dann beobachte, wie mühevoll sich der Autoverkehr durch die engen Straßen der Innenstadt quält, dann verstehe ich nicht, warum die Stadt Trier die Bewohner bestimmter Bezirke immer mehr in die Autos zwingt, indem der ÖPNV immer unattraktiver gemacht wird. Ein weiterer Schildbürgerstreich scheint mir, wie ich von meinen Freunden erfahren habe, dass seit einigen Jahren eine Eisenbahnbrücke erneuert werden müsste, weil sie wegen Baufälligkeit nur noch den PKW-Verkehr aushält. Deshalb muss sich nun eine wichtige Buslinie und der Schwerverkehr durch enge kurvige Wohnstraßen winden. Staus und Verspätungen sind ebenso programmiert wie der Stress, wichtige Termine oder den Zug zu versäumen, wie ich es auf der Rückfahrt zum Bahnhof fast erlebt hätte. Alles höchst unerfreulich und änderungsbedürftig! Hans-H. Fues, Hannover

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