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Höchste Ehren für Liebe zur Natur

Höchste Ehren für Liebe zur Natur

Seit mehr als 40 Jahren engagiert sich Marlies Wirtz für Jugend und Natur in der Region Trier. Auf Anregung des Ortsvorstehers von Quint, Günther Merzkirch, wurde ihr nun das Bundesverdienstkreuz verliehen. Besonders geehrt wurde sie für ihr Engagement im Bereich der Natur- und Umweltbildung.

Trier. Liebe im doppelten Sinne war es, die Marlies Wirtz (63) im Jahr 1969 dazu veranlasste, sich den Naturfreunden Trier-Quint e.V. anzuschließen. Zum einen die Liebe zu ihrem Mann, der im Jahr 1956 zu den Gründungsmitgliedern des Vereins zählte, zum anderen die Liebe zur Natur.
Seit dieser Zeit ist sie dem Verein treu geblieben und sieht ihre Hauptaufgabe darin, Kinder und Jugendliche für die Natur zu sensibilisieren: "Wir wollen den Kindern ein Bewusstsein darüber vermitteln, wie schützenswert die Pflanzen- und Tierwelt ist."
Neues Projekt Klimafrühstück


Als "Fachberaterin Bildung für nachhaltige Entwicklung im Elementarbereich" hat sie deshalb im Laufe der Zeit verschiedene Projekte und Kooperationen angestoßen. Gemeinsam mit der Lokalen Agenda entwickelte sie das Zukunftsdiplom, das Kinder mit dem Themenbereich der nachhaltigen Entwicklung vertraut machen soll, mit dem Club Aktiv initiierte sie ein Integrationsprojekt. Ihr neuestes Projekt ist das "Klimafrühstück", bei dem Kindergarten- und Schulkinder regionale und saisonale Lebensmittel kennenlernen sollen.
Menschen ganz nah


Seit 1984 ist sie Vorstandsmitglied in der Ortsgruppe Quint des internationalen Vereins, der in Rheinland-Pfalz offiziell als Naturschutzverein anerkannt ist. In dieser Funktion kümmert sie sich um alle Belange des Vereins, von der Finanzierung über die Organisation von Tagesfreizeiten bis zur Betreuung der Absolventen von Freiwilligen Ökologischen Jahren (FÖJ), die regelmäßig bei den Naturfreunden anheuern. Zeit für anderes bleibt da kaum: "Momentan ist es ein Fulltime- Job", sagt sie.
Die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz sieht sie eher gelassen. Sie freue sich zwar, aber auch ohne die Ehrung wäre sie nicht weniger umtriebig in ihrem Bemühen um Natur und Jugend. Überrascht hat sie dagegen die Einladung nach Berlin zu Bundespräsident Joachim Gauck: "Ich dachte, ich würde lediglich nach Mainz eingeladen werden und fiel aus allen Wolken, als das Ticket nach Berlin kam." Das Zusammentreffen mit dem Bundespräsidenten empfand sie als angenehm: "Er ist ein sehr offener und umgänglicher Mensch." Die gelernte Bürokauffrau ist aber nicht nur bei den Naturfreunden aktiv, sondern auch in verschiedenen Gremien und Beiräten. So arbeitet sie zum Beispiel seit 2001 im Jugendhilfeausschuss der Stadt Trier mit, seit 2002 ist sie Vorstandsmitglied im Awo-Stadtverband Trier.
An den Ruhestand denkt Marlies Wirtz nicht: "Solange ich es gesundheitlich noch kann und die Kinder mich akzeptieren, werde ich mit meiner Arbeit weitermachen."