Hören, Sehen, Trappen

TRIER-IRSCH. Alfred Trappen hat in der Textilbranche gelernt, bevor er Leiter eines Fachinstitut für Hörgeräte wurde. Nach einer Zufallsbegegnung wechselte er erneut das Fach und entwickelte schließlich zusammen mit einem Designer für die Optikbranche die Serie "Treveris Brillen".

Er ist ein Trierer Urgestein. Alfred Trappen wurde 1940 in der Moselstadt geboren und hat nie an einem anderen Ort gelebt. Ständig unterwegs und nur selten in den eigenen vier Wänden im Stadtteil Irsch, war er dennoch im Laufe seines Berufslebens. Trappen, ein Großneffe des legendären Gewichthebers Paul Trappen (1887-1957), hat Kaufmann gelernt, ganz klassisch. Damals wurde er "in der Herren- und Knabenkonfektion beim Kleiderberater Hubertus in Trier ausgebildet", erzählt der 65-Jährige. 1965 verließ er das Textilfach und wechselte als Institutsleiter in die Hörgerätebranche. Branchenwechsel nach 25 Jahren

Ab 1966 arbeitete er überwiegend im Außendienst und reiste oft nach Hamburg oder Kopenhagen als späterer Bereichsleiter der Vertriebsgesellschaft. "Da der Luxemburger Flughafen nicht weit weg ist, bin ich oft ab dort geflogen", erklärt Trappen, der nach eigenen Angaben in der darauf folgenden Zeit, bis 1985, maßgeblich an der Materialversorgung und -Ausstattung von Gehörlosenschulen, Kliniken und Hörgeräteakustikern war. Nach 25-jähriger Tätigkeit wechselte er wiederum die Branche. "Herr Bretz, der einen Optikerladen in der Simeonstraße hat, war mein Nachbar, und so kam ich mit Brillen in Kontakt." 1988 machte er sich selbstständig. Mit Brillengestellen. "Durch meine Reisetätigkeit habe ich auch viele andere Optiker kennen gelernt. Ich habe mir Handelsvertreter gesucht und meine eigene Vertriebsgesellschaft gegründet", erläutert Trappen seinen weiteren Werdegang. Zusammen mit einem Designer hat der umtriebige Kaufmann schließlich die Exklusivbrillen-Serie "Treveris Brillen" entwickelt und auf den Markt gebracht. "Außerdem gibt es extra die so genannten Witchita-Sportfassungen und Rainbow-Kinderbrillen", so Trappen über die Produktpalette. Vor allem in den neuen Bundesländern habe er mit seiner kleinen Firma damals Kunden gewinnen können und sich so einen "Riesenkundenstamm" aufgebaut. Nachdem er im vergangenen Dezember den Ruhestand angetreten hat, verschickte er im Januar dieses Jahres kurzerhand 11 000 Brillengestelle nach Sri Lanka für eine guten Zweck. Auch im Zusammenhang mit der Indonesien-Hilfsaktion des Tarforster Arztes Klaus-Jürgen Seelig will Trappen sich jetzt noch einmal nützlich machen. "Ich bin bereit, mehrere hundert Brillenfassungen zu stiften. Jetzt bräuchten wir nur noch Gläser dazu und jemand, der die Transportkosten übernimmt." Obwohl der Pensionär jetzt froh ist, häufiger bei seiner Familie sein zu können, bleibt das Reisen eines seiner Hobbys.

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