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Hoffen auf eine Initialzündung

Hoffen auf eine Initialzündung

Igel, Pellingen, Ayl, Hetzerath - überall die selbe Problematik: Anwohner fordern bislang vergebens ein Tempolimit für ihre viel befahrenen Durchgangsstraßen. Der Trierer Stadtrat geht heute einen neuen Weg: Er fordert den Bundestag zu einer Änderung der Straßenverkehrsordnung (StVO) auf.

Trier. Es ist die "stets gleiche Litanei", die Roland Eckert (72) "verdrießlich stimmt". Als einer der Köpfe der Verkehrs-Bürgerinitiative Trier-West/Pallien fordert er Tempo 30 für die von viel Schwerlastverkehr befahrenen Bundesstraßen im westlichen Stadtteil. "Geht nicht", antworten alle Adressaten vor Ort, die StVO lasse das nicht zu.

Deshalb ist Eckert vor den Stadtrat gezogen. In der Einwohner-Fragestunde der Januar-Sitzung appellierte der emeritierte Soziologie-Professor an die Fraktionen, sie sollten sich beim Gesetzgeber für eine Änderung der Straßenverkehrsordnung starkmachen. Der Stadtrat reagiert postwendend:

Die Resolution "Geschwindigkeitsbeschränkungen auf Bundes- und Landesstraßen in Wohngebieten zulassen!" ist der erste Tagesordnungspunkt der öffentlichen Sitzung an heutigen Donnerstag (17 Uhr, großer Rathaussaal). Dass der Appell einmütig zustande kommt, steht außer Frage, denn ihm liegt ein gemeinsamer Antrag aller sechs Ratsfraktionen zugrunde. Die Chancen, in Berlin Gehör zu finden, stehen nach Einschätzung Eckerts gar nicht schlecht. Den Koblenzer Bundestagsabgeordneten Josef Winkler (Grüne) weiß die Verkehrs-BI bereits auf ihrer Seite: Von Winkler und Bernd Michel (CDU-Stadtratsfraktion) stamme die Appell-Idee. Zudem berichtet Eckert von ihm bekannten ähnlichen Bestrebungen aus Stuttgart. Er könne sich "vorstellen, dass die Trierer Resolution eine bundesweite Initialzündung bewirkt". Konkret geht es um eine Änderung des StVO-Paragrafen 45. Der lässt Tempolimits nur unter ganz besonderen Voraussetzungen zu. Diese sind in der Weststadt trotz des erhöhten Aufkommens an Schwerlastverkehr seit der Freigabe der Umgehung Biewer nicht erfüllt. Triers Stadtrat fordert heute, dass "Tempolimits auf Bundes- und Landesstraßen auch wegen einer Beeinträchtigung der Gesundheit von Anliegern möglich werden". Sollte der Appell fruchten, dann dürfen auch die Bewohner von Igel, Ayl, Pellingen, Hetzerath und vielen anderen Orten hoffen, dass ihre Wünsche nach Tempolimits auf örtlichen Durchgangsstraßen unter neuen Voraussetzungen geprüft werden.