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Hoffnungsschimmer für die Jachthafen-Erweiterung

Hoffnungsschimmer für die Jachthafen-Erweiterung

So ganz gestorben ist die Hoffnung auf eine Erweiterung des Jachthafens Trier-Monaise noch nicht. Bei der Jahreshauptversammlung der Segelabteilung des Post-Sport-Vereins Trier (PST) sagte Präsident Thomas Lorenz am Ende einer langen Diskussion der zweitgrößten Abteilung des PST seine Unterstützung in Gesprächen mit der Stadt für die Realisierung einer Minimallösung um 14 neue Liegeplätze zu.

Trier. Segler sind sehr geduldige Menschen mit viel Sitzfleisch. Was ihnen in der Natur bei ihrem Sport zugute kommt, scheint auch im wirklichen Leben zu funktionieren. Sowohl das PST-Präsidium wie auch die Stadt Trier hatten dem Ausbau des Jachthafens Trier-Monaise bereits eine Absage erteilt (wir berichteten). Doch dann kam am Samstagabend die Jahreshauptversammlung der Segelabteilung. Am Ende der über fünfstündigen (!) Sitzung versprach PST-Präsident Thomas Lorenz, gemeinsam mit den Vize-Präsidenten Andreas Ammer und Alexandra Candels erneut mit der Stadt in Gespräche zu treten, um doch noch den Minimalausbau zu erreichen. Die Segelabteilung soll in diese Gespräche direkt mit einbezogen werden.
Wie groß das Interesse der Freizeitkapitäne an dem Thema ist, zeigte die Besucherzahl. Über 60 Mitglieder sorgten für Enge im großen Sitzungssaal. Die Stimmung aber war alles andere als aufgeheizt. Die bei einer Jahreshauptversammlung unvermeidlichen Formalien wie Berichte wurden aufmerksam verfolgt, bei den anstehenden Neuwahlen der gesamte Vorstand unter der Leitung von Patricia Erbeldinger einstimmig im Amt bestätigt. Der gesamte Vorstand? Nicht ganz. Nach zwölf Jahren trat Jugendleiterin Elke Krämer nicht mehr an, was mit Bedauern zur Kenntnis genommen wurde. Ihre Aufgabe übernahm Sören Gussner.
Dann Spannung bei der Wahl des zweiten Vorsitzenden. Bernhard Heimbach war zwar generell zu einer erneuten Kandidatur bereit, stellte jedoch zuvor die Vertrauensfrage. Für eine weitere Amtszeit brauche er die rückhaltlose Unterstützung der Segelabteilung. Hintergrund: Der zweite Vorsitzende ist qua Amt gleichzeitig der Hafenverwalter und damit in dieser Funktion auch der Stadt als Eigentümerin des Hafens gegenüber verantwortlich.

Hafenverwalter macht weiter


In dieser Aufgabe habe er sich auch als Entwickler gesehen, um den Hafen für die Zukunft fit zu machen. Heimbach räumte ein, das Präsidium nicht immer rechtzeitig über seine Bestrebungen und Initiativen zugunsten eines Hafenausbaus informiert zu haben. Dies sei dem gemeinsamen Anliegen nicht dienlich gewesen, bedauerte er und sagte dem Präsidium im Fall seiner Wiederwahl eine Verbesserung der Zusammenarbeit zu. Überraschung bei PST-Präsident Thomas Lorenz, der dem in der Folge mit sehr großer Mehrheit wiedergewählten Bernhard Heimbach für seine offenen Worte Respekt zollte. "Ohne dieses Zeichen von Größe wäre mein Vortrag deutlich schärfer ausgefallen", eröffnete der Präsident dann seinen Vortrag, der nur ein Thema hatte: Hafenerweiterung und die Position des PST-Präsidiums. Zwei Stunden lang trug er eine Bestandsaufnahme des Vergangenen vor.
Während er im ersten Teil Fehler des Hafenverwalters und der Segelabteilung in der Vorgehensweise anprangerte, versuchte er den Mitgliedern im zweiten Teil deutlich zu machen, weshalb die Entscheidung des Präsidiums zugunsten der Toni-Chorus-Halle und gegen die Erweiterung des Jachthafens gefallen sei. Ausschlaggebend seien ausschließlich finanzielle Gründe gewesen. Das Präsidium wisse sehr wohl um die beispielhafte Arbeit der Segelabteilung, die mit ihren permanenten Eigenleistungen dem Verein sehr viel Geld spare. Leider sei man nicht in der Lage, gleichzeitig zwei kostenintensive Vorhaben zu stemmen. Beim Thema "Gleichzeitigkeit" schaltete sich Abteilungsvorsitzende Patricia Erbeldinger ein. Seit 2006 befinde sich die Segelabteilung mit dem PST-Präsidium konkret im Gespräch. Dabei habe das Präsidium versäumt, rechtzeitig ein tragfähiges Konzept zu erstellen.
Frist läuft bis 14. Februar


Mit dem Hinweis auf den Flächennutzungsplan 2025 wies sie darauf hin, dass noch bis zum 14. Februar die Gelegenheit bestehe, Anliegen und Einsprüche vorzutragen. Wenn diese Frist abgelaufen sei, gebe es für die Minimallösung einer Hafenerweiterung um 14 neue Liegeplätze wohl keine Chance mehr. Abermals wies Hafenverwalter Heimbach auf die Bereitschaft der Hafenlieger hin, dabei Eigenleistungen in Höhe von 100 000 Euro zu erbringen. Nach einer hitzig, dabei aber immer fair geführten Diskussion beugte sich Präsident Lorenz in den frühen Morgenstunden den Argumenten und sagte der Segel abteilung seine tätige Unterstützung zu.
Extra

Die Segelabteilung des PST hat über 370 Mitglieder, vom Hochschullehrer bis zum Arbeitssuchenden. Sie haben 17 eigene Boote, davon ein Sicherungsboot und ein Schulungs-Motorboot. 2012 wurden 34 neue Segler ausgebildet, elf Kinder erwarben den "Jüngstenschein". -flo