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Hoher Besuch aus Brüssel im Trierer Rathaus

Hoher Besuch aus Brüssel im Trierer Rathaus

EU-Kommissar László Andor hat sich am Montagmorgen ins Goldene Buch der Stadt Trier eingetragen. Es war die erste Station seines eintägigen Rheinland-Pfalz-Besuchs.

Trier. Der ungarische EU-Kommissar László Andor hat das Land Rheinland-Pfalz besucht. Sein erster Termin führte ihn am Montag in das Rathaus der ältesten Stadt Deutschlands. Oberbürgermeister (OB) Klaus Jensen (SPD) und die weiteren Anwesenden, unter ihnen auch der rheinland-pfälzische Minister für Soziales, Arbeit, Gesundheit und Demografie, Alexander Schweitzer (SPD), mussten sich aufgrund des starken Verkehrs einige Minuten gedulden, bis der Gast aus Brüssel im großen Rathaussaal eintraf.
Wegen des vollen Terminkalenders des Kommissars für Beschäftigung, Soziales und Integration beeilte sich Oberbürgermeister Klaus Jensen mit der Begrüßung seines Gastes. Jensen stellte die Stadt Trier kurz vor. Er freue sich, dass Andor den Weg in die "älteste und schönste Stadt Deutschlands" gefunden habe. Anschließend schilderte der OB dem Kommissar für Beschäftigung die "widersprüchliche Lage" des Trierer Arbeitsmarktes: Einerseits seien einige Tausend Trierer ohne Job und es gebe einige erwerbslose Jugendliche. Andererseits gebe es rund 3000 Arbeitsplätze, die nicht besetzt werden könnten. Zu lösen sei dieses Dilemma, so Jensen, nur durch eine bessere Qualifizierung von Arbeitslosen. Außerdem "müssen Menschen von anderswo" kommen. Hier gebe es Raum für europaweite Kooperationen, die sicherlich bei einem Gespräch Andors mit Vertretern der Handelskammer im weiteren Verlauf des Tages erläutert würden. Jensen schloss seine Ausführungen mit den Worten: "Es wäre uns eine Ehre, wenn Sie sich ins Goldene Buch der Stadt eintragen würden."
Doch vorher erhielt Andor noch ein Gastgeschenk: eine 1700 Jahre alte Konstantin-Münze. Der Kommissar zeigte sich erfreut und betonte, es sei ihm eine "Ehre, in der historischen Stadt zu sein". Andor begründete seinen Rheinland-Pfalz-Besuch damit, dass die EU-Kommission nicht nur gute Beziehungen zur Bundesregierung pflegt. Es sei ebenso wichtig, auch mit Städten und Regionen in Kontakt zu bleiben. Hinzu komme, dass Rheinland-Pfalz eine Vorreiterrolle in Sachen erneuerbare Energien einnehme. Diese wolle sich die EU genau ansehen. Schließlich seien umweltfreundliche Technologien nicht nur gut für die Umwelt, sondern auch für den Arbeitsmarkt.
Bevor Andor nach knapp 30 Minuten weiterfuhr, trug er sich im Beisein des Ältestenrates der Stadt Trier ins Goldene Buch ein.
Im Anschluss an diesen Eintrag besuchte Andor das Geburtshaus von Karl Marx. Daraufhin führte er ein Gespräch mit Vertretern der Handelskammer, um sich über das Projekt "Länderübergreifende Nachwuchs- und Fachkräftesicherung in der Großregion" zu informieren. Am frühen Nachmittag ging es für den Brüsseler Kommissar nach Birkenfeld zum Umweltcampus der Hochschule Trier, dessen "Zero-Emission"-Konzept ein Vorbild für nachhaltige Entwicklung von Konversionsflächen ist. ph