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Hollywood bleibt erstmal hängen

Hollywood bleibt erstmal hängen

Der Hexennacht-Scherz in Leiwen und Trittenheim ist Teil einer liebevoll gepflegten Rivalität zwischen den beiden benachbarten Dörfern.

Leiwen/Trittenheim Aus Sperrholz ausgesägt, angestrichen, fein säuberlich im Weinberg aufgehängt - das war offenbar richtig viel Arbeit. Der Trittenheimer Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig ist beeindruckt vom Hexennacht-Scherz, der in den beiden Mosel-Nachbardörfern Leiwen und Trittenheim seit dem 1. Mai für reichlich Gesprächsstoff sorgt.
"Das war aufwendig und gut gemacht", lobt Bollig - auch wenn seine Ortsgemeinde zunächst ja "Opfer" des Hexennacht-Streiches war. Im Weinberg oberhalb von Trittenheim fand sich in besagten großen Lettern der Schriftzug "Arktis", während im Weinberg bei Leiwen groß "Hollywood" zu lesen war. Eine Anspielung auf eine immer wieder aufkeimende Rivalität zwischen den beiden Weindörfern, wer die sonnigsten Lagen und die meisten Sonnenstunden habe.
Die Leiwener "Hexen" spielten mit den Hollywood-Arktis-Schriftzügen also vor allem den Trittenheimern einen Streich, nach dem Motto: Bei euch ist ja Dauerfrost, während wir so viel Sonne haben wie in Los Angeles. Die Trittenheimer waren aber nicht faul, sondern bastelten flugs einen großen Pfeil, der nun neben den Arktis-Schriftzug prangt, und wie ein Wegweiser in Richtung Leiwen zeigt, versehen mit der Zahl "3 Kilometer". Von daher findet Ortsbürgermeister Franz-Josef Bollig, der Schriftzug könne ruhig erstmal hängenbleiben.
Ähnlich sieht das auch Sascha Hermes von den "verfeindeten" Leiwenern. "Wir werden den Hollywood-Schriftzug erst mal nicht abräumen", sagt Hermes. "Das ist ja eine schöne Werbung für uns." Die Idee sei kreativ gewesen, meint der Ortsbürgermeister, auch wenn ein ähnlicher Hollywood-Schriftzug schon in anderen Dörfern zu sehen war (der TV berichtete). Der Ortsbürgermeister kann einen gewissen Stolz auf seine kreativen Hexen jedenfalls nicht verbergen: "Das war doch mal ein schöner Scherz, sonst passieren in der Hexennacht ja auch schon mal unangenehme Dinge."
Wer hinter dem Scherz steckt, wissen beide Ortsbürgermeister ziemlich genau, das hat sich wohl recht schnell herumgesprochen. Rausrücken wollen sie damit aber nicht. Eine Gruppe junger Leute, unterstützt von einigen Erwachsenen, hat sich wohl die Arbeit mit den Schriftzügen gemacht und so die beiden Dörfer ins Gespräch gebracht.
Rivalitäten oder richtiggehende Feindschaften zwischen Dörfern gibt es ja oft, gerade, wenn Dörfer in direkter Nachbarschaft liegen. Früher wurden solche Feindschaften auch schon mal handfest bei der Kirmes oder dem Weinfest ausgetragen. "Heutzutage ist das ja auf einem friedlichen Niveau", freut sich der Trittenheimer Franz-Josef Bollig. Dank des cleveren "Arkis"-Pfeils dürfen sich in der Rivalität zwischen Leiwen und Trittenheim nun sogar beide als Sieger fühlen - bis zur nächsten Stichelei.