Holzbrücke in Ruwer ist vorerst vom Tisch

Kasel · Knapp 90 000 Euro würde allein die Planung einer Holzbrücke über die Ruwer in Höhe des Wasgau-Marktes zwischen Kasel und Waldrach kosten. Zu teuer, sagt mehrheitlich der Gemeinderat Kasel und hat jetzt die Reißleine gezogen: Statt der bisher vorgesehenen Holzvariante mit Dach sollen nun günstigere Alternativen gesucht werden.

Kasel. Die Pläne für eine neue Ruwerbrücke zwischen Kasel und Waldrach gibt es laut Ortsbürgermeister Karl-Heinrich Ewald bereits "seit fast 20 Jahren". In diesem Jahr haben sie allerdings konkrete Gestalt angenommen. Die Vorbereitungen für den Bau einer Holzbrücke in Höhe des Wasgau-Marktes laufen seit Monaten auf Hochtouren. Das Architekturbüro Stein aus Kasel wurde mit einem Entwurf beauftragt. Das Ergebnis: eine aufwendige Konstruktion aus heimischem Eichenholz samt Dach.
40 000 Euro mehr als geplant



Diesen Plänen hat der Gemeinderat Kasel jetzt aber überraschend eine Absage erteilt. Die Kosten liefen "aus dem Ruder", begründete Ortschef Ewald die Entscheidung. Bisher hätten der Gemeinde "nur Zirkaschätzungen" vorgelegen, nun habe das Büro genaue Zahlen für Honorare und notwendige Gutachten genannt. "Das sind knapp 90 000 Euro, 40 000 Euro mehr als ursprünglich veranschlagt - und das nur für die Planung der Brücke", teilte Ewald mit. Er habe den Bauausschuss informiert. Die Mitglieder seien mehrheitlich der Meinung gewesen, "dass diese Summe einfach zu hoch ist" - zumal die Brücke laut einem früheren Ratsbeschluss insgesamt nicht mehr als 200 000 Euro kosten solle.
Ewald schlug dem Gemeinderat deshalb vor, "von dem Projekt in der jetzigen Form Abstand zu nehmen". Das Gremium beschloss einstimmig, die Holzvariante nicht weiter zu verfolgen. An der Brückenidee an sich wollen die Ratsmitglieder jedoch festhalten. Sie beauftragten den Ortschef, nach günstigeren Alternativen zu suchen. Dieser bekräftigte, dass die Vorteile eines solchen Bauwerks "nicht von der Hand zu weisen" seien. Es gehe darum, vor allem ältere Menschen in Kasel an wichtige Infrastruktur anzubinden. Sie sollten auch ohne Auto zum Einkaufen gelangen. Diese Funktion der Brücke müsse im Mittelpunkt stehen, man dürfe "nicht immer nur auf Zuschüsse schauen". Damit spielte Ewald auf eine mögliche Förderung durch das Land an. Wegen der Verwendung heimischer Hölzer waren aus Mainz 100 000 Euro für die Holzvariante in Aussicht gestellt worden. "Der Gemeindeanteil wäre damit aber trotzdem noch zu hoch gewesen."
Eine Landesförderung werde es bei alternativen Konstruktionen womöglich nicht geben, erklärte der Ortschef. Er habe aber bereits alternative Angebote von Firmen erhalten, etwa für eine Brücke aus Aluminium. Die Angebote wolle er nun prüfen und bald dem Gemeinderat zur Beratung vorlegen: "Dann können wir immer noch entscheiden, ob wir die Brücke tatsächlich wollen." cweb