Hopp oder Ex

Jedem Jahrzehnt seine städtebaulichen ErregeThemen. In den Achtzigern der Viehmarkt, in den Neunzigern Palais Walderdorff/Domfreihof, nun Paulinus-Passage: Alles höchst umstritten, gebaut wird dennoch.

Den Weg für das 63-Millionen-Ding, dem größten Altstadt-Projekt seit dem Bau der großen Warenhäuser, machte der Stadtrat mit letztlich deutlicher Mehrheit frei. Interessant zu beobachten war dabei nicht nur, wer aus den Befürworter-Fraktionen sich enthielt (bei der CDU Norbert Freischmidt, bei der UBM Hermann Kleber), sondern wer gar nicht erst an der Abstimmung teilnahm. Ricarda Kuhner (CDU), Ortsvorsteherin von Trier-Mitte, und SPD-Rätin Waltraud Jammers trugen ihre Gewissenskonflikte in innerer Emigration im Ratskeller aus. Ob sich, wie Kritiker befürchten, die Stadtverwaltung von Investor Trigon hat über den Tisch ziehen lassen, darf bezweifelt werden. Das Faustpfand des Rathauses ist die Zustimmung zu den Fußgängerbrücken über Zuckerberg- und Metzelstraße. Die will die Trigon unbedingt. Verstößt sie gegen Vertragsvereinbarungen, gefährdet sie ihr Projekt. r.morgen@volksfreund.de

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