Hortensien-Nachwuchs begeistert auf der Buga

Hortensien-Nachwuchs begeistert auf der Buga

Hortensien gehören zu den beliebtesten Sommerblühern. In der Blüte sind sie wandlungsfähig wie die Models einer Modenschau. Ihnen hat sich die Gartengästeführerin Gisela Rommelfanger verschrieben. Doch auf den 230 Quadratmetern Gartenfläche rund um ein Einfamilienhaus gibt es noch viel mehr zu sehen.

Pluwig. Das könnte Gisela Rommelfangers "next top model" werden. Auf der Buga in Koblenz hatte die Landfrau den Hortensien-Nachwuchs als Schauobjekt dabei. "An unserem Stand habe ich gezeigt, wie man Absenker von den beliebten Sommerblühern macht", sagt sie. Nun darf das Ausstellungsstück neben ihren teller- und ballblütigen Schwestern weiterwachsen. Hortensien sind ein Schwerpunktthema im Pluwiger Garten der geprüften Gartengästeführerin. Am Treppenaufgang zum Haus grüßt eine rosafarbene Bauernhortensie. Auf dem Balkon klimmt eine Kletterhortensie die Hauswand empor. Gegenüber wippt eine Rispenhortensie im Wind. "Das ist Limelight", sagt die Hortensiendame, "eine besonders schöne Sorte, deren Blüten von Weißlichgrün nach Cremefarben changieren und im Verblühen rosa überhaucht werden."Gärten in der Region

Das Prachtstück des Vorgartens ist eine blau getönte Tellerhortensie. Zu voller Schönheit entwickelte sie sich, als die zu groß gewordene Blutpflaume entfernt werden musste. Erst hatte die Gartenbesitzerin Zweifel, ob die Hortensien in dem nun vollsonnig gewordenen Vorgarten zurechtkommen würden. Hortensien sind, wie ihr botanischer Name Hydrangea für Wasserschlürferin besagt, berüchtigt für ihren Durst. Die Gegend ist bekannt für ihre Trockenheit. "Früher hieß das hier Linsenländchen, weil auf dem kargen, trockenen Boden nichts anderes als Linsen wuchs", berichtet die aus Zerf stammende Pluwigerin. "Ist es sehr trocken, bekommt die anderthalb Meter hohe Tellerhortensie schon mal 30 Liter." Gegen die Winterwinde, Fröste und für eine blaue Blüte kennt die Hobbygärtnerin einen besonderen Trick: "Im Herbst haben mein Mann Günter und ich Tannennadeln gesammelt und um die Tellerhortensie verteilt." Die etwa fünf Zentimeter dicke Schicht hält die Wurzeln warm und macht den Boden sauer. Ein pH-Wert von 4,5 ist die Voraussetzung für eine Blaufärbung der Blüten. "Aber jetzt soll sie wieder rosa werden", meint Gisela Rommelfanger. Deshalb hat sie die Düngergaben mit blau machendem Alaun aus der Apotheke eingestellt.Farbvorlieben verändern sich - ebenso wie die Gestaltung eines Familiengartens. Aus dem Sandkasten ist ein kleiner Teich geworden. An der Schaukel hängen Ampelpflanzen. "Wenn die Enkelkinder kommen, sind die Schaukelbretter schnell wieder montiert", sagt die demnächst dreifache Oma. Erlebnisgarten ist der richtige Ausdruck für das Refugium mit Beeren-Naschobst, Rosenbüschen, Raschelgräsern und vier Beeten mit Gemüse und Kräutern. Seit die Kinder aus dem Haus sind, kann sich das Ehepaar aus dem Nutzgarten in der Saison komplett selbst versorgen. Das Ganze funktioniert auf 230 Quadratmetern und einem Rundweg, den man als Laufsteg bezeichnen könnte. Einziger Unterschied zum "Catwalk": Zu sehen gibt es was in den Beeten.Durch das Gartenjahr mit den Gartenfreunden: Gisela Rommelfanger ist Ansprechpartnerin der Interessengemeinschaft Gartenfreunde. Der Zusammenschluss geprüfter Gartengästeführerinnen hat es sich zur Aufgabe gemacht, die spannende Region Eifel-Mosel-Hunsrück über Gartenführungen für Garteninteressierte zu erschließen. "Wir verstehen uns als Bindeglied zwischen der Gartenroute Hunsrück-Mittelrhein und den saarländischen Gärten ohne Grenzen", sagt Rommelfanger. Durch ihren eigenen Garten führt sie am 7. und 14. August jeweils um 15 Uhr. Am ersten Termin erfährt man unter dem Themenschwerpunkt Hortensien unter anderem, wie man die Blütensträucher selbst vermehrt. Am 14. August geht es in der Gartenstraße 12 in Pluwig um den Kräutergarten mit Geschichte und Geschichten rund um den Salbei. Das komplette Programm ist erhältlich bei Gisela Rommelfanger, Telefon 06588-7650. Weitere Termine der IG Gartenfreunde sind jeweils um 15 Uhr am 28. August und 18. September im Garten der Künstlerin Christine Nicolay in Greimerath, In der Hill 7, Telefon 06574-900877, am 3. September im Hofgärtchen der Gräfin Henriette im Bauernhofcafé Hunolsteiner Hof in Hunolstein, Telefon 06533-3380, am 11. September im Naturgarten von Brunhilde Gorges, Auf dem Hügel 4 in Morbach-Hundheim, Telefon 06533-5807, am 18. September im formalen Garten in architektonisch moderner Form von Ingrid Degen, Bei den zwei Kreuzen 9 in Monzelfeld, Telefon 06531-4483. Eine Meditationsreise durch den Ürziger Würzgarten in Ürzig mit seinen Wein-Gewürzkräutern der Römer ist nach terminlicher Absprache mit Ulla Schnitzius, Telefon 06541-4151, möglich. Alle Führungen durch eine geprüfte Gartengästeführerin kosten pro Person fünf Euro, inklusive eines Getränks, und dauern eine bis eineinhalb Stunden. kfStatt Bindedraht: Gisela Rommelfanger hält überhängende Kräuter wie den auch als Wilden Majoran bekannten Dost und Himbeerruten durch Weidenringe zusammen. Dazu schneidet sie Ruten von ihrer Weide. Dann flechtet sie einen Kranz um die zu stützenden Pflanzen. kf