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Humboldt-Gymnasium Trier (HGT) funktioniert Mensa zum Testzentrum um

Pandemie-Bekämpfung : Die positive Nachricht von negativen Testergebnissen

Das Humboldt-Gymnasium hat seine Mensa zum schuleigenen Testzentrum umfunktioniert. Die Generalprobe verläuft auch vom Resultat her erfolgreich.

Corona-Selbsttests an den Schulen: Auch beim Humboldt-Gymnasium Trier (HGT) hat die Ankündigung des Landes alles andere als Euphorie ausgelöst. Schulleiter Carsten Stiller (48) macht keinen Hehl aus seiner „wohlgemerkt ganz persönlichen Meinung“, dass Tests besser im häuslichen Umfeld der Kinder und Jugendlichen angesiedelt wären: „Denn wenn ein Ergebnis positiv ausfällt, erwächst daraus ein psychologischer und emotionaler Betreuungsbedarf, den Angehörige auf ganz andere Weise leisten können, als es uns in der Schule möglich ist.“

Gleichwohl bietet das HGT Tests an, am Montag erstmals und als Probelauf einer vom Schulleitungsteam entwickelten Strategie: Getestet wird nicht in Unterrichtsräumen, sondern dort, wo die notwendigen hygienischen Voraussetzungen zentralisiert nur einmal und nicht für 40 Lerngruppen (Klassen, Kurse) jeweils einzeln geschaffen werden müssten.

Plan A – eine „Teststraße in Zelten auf dem Schulhof“ – kommt aber erst mal nicht zur Ausführung, weil die notwendigen Mindesttemperaturen von 15 Grad voraussichtlich die ganze Woche nicht erreicht werden. Stattdessen wird die Mensa zum schuleigenen Testzentrum umfunktioniert.

 Die auf dem Schulhof geplante geplante Teststraße fällt den niedrigen Temperaturen zum Opfer: Am Humboldt-Gymnasium Trier (HGT) werden die Schülerinnen und Schüler in der Mensa auf Corona getestet. Die Generalprobe am 12. April verläuft erfolgreich. Foto: Roland Morgen
Die auf dem Schulhof geplante geplante Teststraße fällt den niedrigen Temperaturen zum Opfer: Am Humboldt-Gymnasium Trier (HGT) werden die Schülerinnen und Schüler in der Mensa auf Corona getestet. Die Generalprobe am 12. April verläuft erfolgreich. Foto: Roland Morgen Foto: Roland Morgen

Zuerst können Oberstufenschüler von dem freiwilligen Angebot Gebrauch machen. Und die jungen Damen und Herren erleben die Schulleitung in einer völlig ungewohnten Rolle. Für jede der zehnköpfigen Gruppen gibt der HGT-Chef die pädagogische Anleitung, wie mit Stäbchen  und Testflüssigkeit umzugehen ist. Wie seine mit organisatorischen Aufgaben (vom Checken der Einverständniserklärungen bis hin zum Desinfizieren des Raums nach jedem Testgang) betrauten Kolleginnen und Kollegen trägt Stiller Schutzkleidung.

Knapp fünf Minuten dauert eine Testrunde in der Mensa; dann erhält die nächste Gruppe das Signal, sich auf den Weg zu machen. Carsten Stillers Zwischenfazit während der noch laufenden Generalprobe: „Gemessen daran, dass wir als Lehrkräfte hier Neuland betreten und erst einmal Erfahrungen sammeln müssen, läuft es bisher ganz ordentlich. Aber  wir können noch etwas schneller werden. Was gut wäre, denn wir haben wegen Corona schon genug Unterrichtsausfall.“

Am Ende des ersten Tages haben rund 55 der insgesamt knapp 1000 HGT-Schülerinnen und Schüler  einen Test absolviert.

Um 13.20 Uhr kommt  Vize-Schulleiter Jan Illgen mit der erlösenden Nachricht ins Chefbüro: „Alle Ergebnisse negativ!“ Was Stiller mit einem fröhlichen „Das ist doch mal was Positives!“ kommentiert.

Das Schreckensszenario „Jemanden mit positivem Ergebnis aus der Lerngruppe herausholen und damit outen“ ist zumindest vorerst abgewendet.

Am Dienstag ist der zweite und letzte Probendurchlauf-Tag mit weiteren Angehörigen der Oberstufe. Ab Mittwoch soll das Testangebot  auf alle HGT-Jahrgangsstufen ausgeweitet werden