Humboldt löst Hindenburg ab

Ein Festakt, bei dem eine gelöste und fröhliche Stimmung herrschte: Am Mittwoch befreiten Oberbürgermeister Klaus Jensen und die Schülerin Theresa Johanni die neue Namenstafel am Humboldt-Gymnasium von ihrer Verpackung - unter Mithilfe der Feuerwehr.

Trier. Erster Ferientag, dennoch tummeln sich Lehrer, Schüler und Eltern um das frühere Hindenburg-Gymnasium, dessen neuer Name noch verhüllt ist. Pünktlich zum Termin rollt ein Einsatzwagen der Berufsfeuerwehr um die Ecke. Die Drehleiter wird gebraucht, um vom "Körbchen", wie es eine Zuschauerin bezeichnet, die feierliche Enthüllung der Tafel vorzunehmen. "Am ersten April geschehen ja ganz merkwürdige Dinge", sagt Schulleiter Ralph Borschel. Aber heute gehe es um keinen Aprilscherz.

"Wir haben unseren Hindenburg gestern zu Grabe getragen", sagt Borschel. Es wird deutlich: Hindenburg ist vorbei, Humboldt kann kommen. Auch Klaus Jensen und Schuldezernent Ulrich Holkenbrink freuen sich über den neuen Namen. Dann geht alles recht schnell: Theresa Johanni und Klaus Jensen schweben per Drehleiter zu der Namenstafel, zwacken die Wäscheleine durch, und Feuerwehrmann Jürgen Brittner knautscht die Verpackung zusammen. Eine leere Sektflasche hält Theresa nur symbolhaft an die Tafel.

Die Ablösung des Reichspräsidenten Paul von Hindenburg als Namenspate der Schule, initiiert von der CDU Trier, war 2008 monatelang ein Politikum. Die Schule selbst hat sich schließlich unter Beteiligung von Schülern, Eltern und Lehrern für die Humboldtbrüder als neue Namensgeber entschieden.