Hunger, Folter, Grausamkeit

Trier · Vergangenheit und Gegenwart vieler Roma und Sinti sind geprägt von Verfolgung und Diskriminierung. Die Ausstellung "Frankfurt-Auschwitz" in der Volkshochschule zeigt unter anderem Ausschnitte aus dem Leben einiger Familien im Nationalsozialismus. Oberbürgermeister Klaus Jensen sowie Veranstaltungsleiter Joachim Brenner betonen auch die aktuelle Relevanz der Thematik.

Trier. Der Geruch der verbrannten Körper am Zaun mit Hochspannung sei eine Erinnerung, die man niemals vergesse. So beschreiben die Schwestern Maria Strauss und Ursula Rose Überlieferungen ihrer Eltern aus dem nationalsozialistischen Deutschland. Die beiden haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Geschichte ihrer Eltern zu erzählen und so den Toten eine Stimme zu geben. Im Rahmen der Ausstellungseröffnung "Frankfurt-Auschwitz" in der Volkshochschule sprechen sie eindringlich über Deportationen, miserable Versorgungssituationen sowie Gewaltakte an Sinti und Roma in den Arbeits- und Vernichtungslagern der Nationalsozialisten. Auch nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sehen sich Sinti und Roma anhaltender Diskriminierung ausgesetzt. "Keiner wollte uns eine Wohnung geben. Alle gesellschaftlichen Institutionen haben uns alleine gelassen", erzählen die Schwestern. "Unsere Kindheit war geprägt vom Leid unserer Eltern." Joachim Brenner, Förderverein Roma e.V., initiiert die Veranstaltung mit Bezug zu Frankfurt seit sieben Jahren an Orten wie Rügen, Heidelberg und Saarbrücken und beschreibt die "fortwährende Leugnung der Geschichte als Teil des Selbstverständnisses der frühen Bundesrepublik". Die dokumentarische Ausstellung soll einen Beitrag dazu leisten, dass Ausgrenzung und Diskriminierung nicht mehr stattfinden. Auch Oberbürgermeister Klaus Jensen betont in seinem Grußwort die fehlende Aufmerksamkeit der Aufarbeitung der Verfolgung und Vernichtung von Sinti und Roma. Als Verantwortung für Zukunft und Gegenwart sieht er die Notwendigkeit eines starken gesellschaftspolitischen Engagements gegen Rassismus und Diskriminierung. sebi
Die Ausstellung "Frankfurt-Auschwitz" kann vom 19. Januar bis zum 31. Januar montags bis freitags von 9.30 Uhr bis 17.30 Uhr in der Volkshochschule am Domfreihof besucht werden.