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"Ich bin nie ein Playboy-Typ gewesen"

"Ich bin nie ein Playboy-Typ gewesen"

TRIER. Trier ist Sitz der größten privatrechtlichen Stiftung Deutschlands. Die "Stiftung für Neuro- und Psychobiologische Forschung" wurde vor vier Jahren von Maximilian Bickhoff gegründet, der dafür zehn Millionen Euro stiftete. Jetzt hat die Universität Trier den 75-Jährigen für seine herausragenden Verdienste mit der Universitätsmedaille ausgezeichnet.

Maximilian Bickhoff wirkt bescheiden, zurückhaltend, ein wenig verschmitzt aber voller Anstand und Tugend. Ein bisschen wie Heinz Rühmann in groß. "Ich bin eben nie ein Playboy-Typ gewesen", hat er einmal in einem Interview auf die Frage geantwortet, warum er seine Erbschaft nicht für ein Leben in Saus und Braus genutzt hat. Die zehn Millionen Euro hat er vor vier Jahren lieber gestiftet, zum Wohle der Forschung, des wissenschaftlichen Nachwuchses und damit der Allgemeinheit. Die Stiftung finanzierte den Aufbau und Betrieb des Zentrums für Neuropsychologische Forschung an der Universität Trier. Für acht Millionen wurde der Lehrstuhl von Professor Werner Wittling auf fünf Jahre und eine Reihe von Forschungsstellen und Promotionsstipendien finanziert. Zwei Millionen flossen in die Anschaffung modernster Geräte, wie etwa eines Magnet-Resonanz-Tomographen, ein Apparat, mit dem der Einfluss des Gehirns auf emotionale Stressreaktionen des Körpers gemessen werden kann. "Die Deutsche Forschungsgemeinschaft wollte das Zentrum damals nicht unterstützen, weil sie keine sinnvollen Ergebnisse erwartet hat", erzählte Professor Wittling in der kleinen Feierstunde, in der Bickhoff die Universitätsmedaille verliehen wird. Erst durch die Stiftung sei die internationale und interdisziplinäre Forschungsarbeit möglich geworden, die sehr wohl weltweit beachtete Ergebnisse hervorgebracht habe. "Maximilian Bickhoff hat sich in herausragender Weise um die Forschung und Lehre an der Universität Trier verdient gemacht", sagte Uni-Präsident Peter Schwenkmezger in seiner Laudatio. Ein bisschen habe er ein schlechtes Gewissen, bedankte sich Bickhoff in seiner kleinen Rede. "Denn Geld zur Verfügung zu stellen, ist die eine Sache, etwas daraus zu machen, die andere. Mein Dank gilt daher den Mitarbeitern der Stiftung, die das Forschungszentrum an die Spitze Europas gebracht haben." Bis zu seiner Pensionierung arbeitete Oberstudienrat Bickhoff als Berufsschullehrer für Religion und Sozialkunde. 1999, in seinem Ruhestand, legte er seine Promotion in Psychologie an der Universität Eichstätt ab. Bickhoff ist Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande. Die Universitätsmedaille wurde in der Geschichte der Uni Trier erst siebenmal vergeben.