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"Ich bin von Haus aus kein Verbandsmensch"

"Ich bin von Haus aus kein Verbandsmensch"

Das Bistum Trier bekommt einen neuen Jugendpfarrer: Matthias Struth, Pastor von Mehring, Pölich und Ensch, wird im November seine Pfarreien, in denen er seit 2004 tätig ist, verlassen, um die Jugendseelsorge im Bistum Trier zu koordinieren (der TV berichtete).

Trier. (mer) Über seine Ziele als Jugendpfarrer, seine Motivation und die Reaktionen auf die Ernennung sprach Matthias Struth mit TV-Mitarbeiter Michael Merten.Herr Pfarrer Struth, herzlichen Glückwunsch zu Ihrem neuen Amt! Seit wann steht fest, dass Sie neuer Jugendpfarrer im Bistum Trier werden?Struth: Die Entscheidung hat schon der damalige Bischof Reinhard Marx im Januar getroffen. Er ernannte mich zum Diözesanjugendpfarrer des Bistums Trier. Am Samstag hat mich dann der BDKJ (Bund der Deutschen Katholischen Jugend) gewählt. Ich bin zur Hälfte Diözesanjugendpfarrer des Bistums Trier, zur Hälfte in Diensten des BDKJ.Was sind Ihre Ziele für Ihr neues Amt, und mit welcher Motivation gehen Sie es an?Struth: Ich will jetzt erstmal die Anliegen des BDKJ kennenlernen und mich dann für diese einsetzen und mich positionieren. Als Jugendpfarrer muss auch ich berücksichtigen, dass wir in der Kirche in Deutschland derzeit einen Umbruch erleben. Gläubiges Leben ist von den althergebrachten Strukturen der Gemeinden und Verbände abgerückt und bahnt sich neue Wege. Was bisher gute Dienste geleistet hat - Jugendarbeit in den Gemeinden, flächendeckende Seelsorge, Konzentration auf Kommunion- und Firmunterricht - hat noch nicht ausgedient und bringt vielerorts Früchte. Aber es gilt, auch das Neue zu verstehen. Ich möchte jungen Menschen helfen, auf religiöse Fragen Antworten zu finden und für sie auf Grundlage des Evangeliums Begleiter für Glaubens- und Lebensfragen sein. Wie wird Ihre tägliche Arbeit aussehen?Da ist natürlich viel operatives Geschäft zu erledigen, es wird viele Sitzungen und Konferenzen geben. Ansonsten bin ich mit der Organisation und Durchführung von zahlreichen Aktionen und Veranstaltungen beschäftigt. Dazu zählen die Bolivien-Kleidersammlung, Jugendveranstaltungen, die Bolivienpartnerschaft, Teilnahme und Vorbereitung von Ereignissen wie Weltjugendtage und Katholikentage und vieles mehr. Ich bin von Haus aus kein Verbandsmensch, ich komme eher aus der offenen Jugendarbeit vor Ort, die ich natürlich ein Stück weit vermissen werde. EXTRA Zur Person: Matthias Struth wurde 1971 in Trier geboren und wuchs dort auf. Nach dem Abitur folgte das Theologie-Studium in Trier und Innsbruck. 1998 erhielt er in Trier die Priesterweihe. Erste Erfahrungen als Diakon sammelte Struth in Losheim am See und im saarländischen Rimlingen sowie als Kaplan in Langenlonsheim/Laubenheim, Bretzenheim und Rümmelsheim an der Nahe. Weitere drei Jahren war er Vikar in Uchtelfangen, Wustweiler und Dirmingen. Im September 2004 übernahm er das Amt als Pastor der Gemeinden Mehring, Pölich und Ensch.