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"Ich habe ein ganz gutes Gefühl"

"Ich habe ein ganz gutes Gefühl"

Bettina Bulitta-Steimer hat ihre Lebensaufgabe gefunden. Mit viel Erfahrung im Rücken und voller Schwung geht die 48-Jährige ihre Aufgabe als Leiterin im Jugendzentrum Mergener Hof an.

Trier. In leuchtendem Gelb und sattem Rot strahlen die Wände im "MJCianerland". Die Farben unterstreichen die kunstvoll mit Köpfen und Ornamenten bemalte Holzdecke. Bis vor kurzem war der Raum in mattes "Schweinchen-Rosa" getaucht. Aber nicht nur optisch hat sich im Mergener Hof etwas geändert. Denn zum bewährten offenen Bereich im Kinderclub setzt Bettina Bulitta-Steimer (48) auf "Betreuung und Spaß nach der Schule". Ein Muss für die berufstätige Mutter zweier erwachsener Kinder, die seit November das Jugendzentrum Mergener Hof (MJC) leitet. "Wir bieten jetzt Mittagstisch, Hausaufgaben-Betreuung, Sport und weitere Freizeitangebote an, auch in den Ferien. Damit stoßen wir in eine Lücke in Trier", sagt sieDas ganze Haus leuchtet in frischer Farbe: Gelbtöne beherrschen den Eingangsbereich, die Räume sind bunt gestrichen. "Kinder brauchen eine schöne, harmonische Umgebung", erklärt die neue Chefin beim Rundgang durchs Haus. Bettina Bulitta-Steimer kennt sich aus bei der MJC. Von 1981 bis 1990 war sie im Kinderclub tätig. Die Montessori-Pädagogin und Mediatorin kennt die Probleme und weiß, wo es brennt. Zehn Jahre arbeitete sie in der ambulanten Familienhilfe im Palais. Als der Posten der Leiterin bei der MJC frei wurde, hätten Freunde ihr geraten, den Job anzunehmen. "Vor zehn Jahren hätte ich mir das noch nicht zugetraut. Jetzt kann ich meine Berufs- und Lebenserfahrung einbringen", betont die frisch gebackene Großmutter, die mit ihrem Mann Helmut, Lehrer am Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, in Neu-Kürenz lebt. "Ich freue mich, die Arbeit auf dieser Basis kreativ zu gestalten und umzusetzen." Mit viel Elan und Herzblut geht sie ihre Aufgaben an. "Es ist wichtig, dass Kinder und Jugendliche einen Freiraum außerhalb der Familie haben, in dem sie geborgen sind und sich akzeptiert fühlen. Wir bieten ein breites Angebot", sagt Bulitta-Steimer. Dabei helfe ihr ein hoch motiviertes, fachkundiges Team, mit dem sie gemeinsam den Jahreskalender erstellt habe: "Sie sind offen für Neues. Ich habe ein ganz gutes Gefühl." Und: "Mir liegt ein Jugendaustausch mit den Partnerstädten am Herzen." Im Herbst soll es losgehen. Die Vereinszeitung "MJC-Info" werde wieder belebt. Bulitta-Steimer: "Die Verbindung von Traditionellem mit Neuem ist mir wichtig." Dabei solle auf dem Fundament des Bewährten Aktuelles entstehen. Tradition gibt es reichlich im Mergener Hof. "2009 feiern wir das 40-jährige Bestehen als Jugendzentrum und ,Haus der offenen Tür'", sagt die Pädagogin. Inmitten der Betonwüste des Südhofs steht die Hausherrin und zeigt zur denkmalgeschützten Mauer: "Das wird unsere grüne Oase. Hier kommen zwei große Bäume hin." Darunter soll Rasen sprießen. "Wo die Lichtschächte sind, entstehen Hochbeete mit Sitzgelegenheiten", sagt sie. Die Pläne zur Umgestaltung zeichnete der Trierer Landschaftsarchitekt Jörg Kaspari. Bis zum Sommerfest im August soll der grüne Hof fertig sein. Wichtig sei ihr, dass bei der Umsetzung die Kinder und Jugendlichen mitmachen können.