1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Ideal für Romantiker und Entdecker

Ideal für Romantiker und Entdecker

Obwohl sie seit vier Jahren in Berlin lebt, zieht es Anke Wagner immer mal wieder nach Trier - zu ihrer Familie, an die Mariensäule, raus ins Grüne und auf die heimischen Bühnen. Von ihren Lieblingsplätzen erzählt die 33-jährige Sängerin, die 2003 durch ihre Teilnahme bei "Deutschland sucht den Superstar" überregional bekannt wurde, in unserer Serie.

Trier. Es gibt Plätze, an die kehre ich gerne zurück. Zum Beispiel an die Mariensäule. Mein Romantiktipp für alle, die sich lieben und sich etwas Schönes sagen möchten: Für ein paar Euro kann man das Wahrzeichen Triers ganz persönlich anstrahlen lassen. Eine wunderbare Geste, wie ich finde. Und die Stadt aus der Vogelperspektive zu betrachten ist einmalig und weckt meine Erinnerungen: Als 19-Jährige war ich von meinem Elternhaus in Sirzenich in die Innenstadt gezogen. In eine Zweier-WG mit meiner besten Freundin Daniela. Ich hatte schon früh festgestellt, dass ich kein Dorftyp bin.
TV-Serie Mein Zuhause


Der Auszug damals war der erste Schritt in eine größere Welt. Mein Credo: Umso kleiner der Ort ist, in dem man lebt, desto weniger Anonymität hat man. Und damit umso weniger Freiheiten. Ich habe plötzlich auch Annehmlichkeiten, wie in der Stadt alles zu Fuß erreichen zu können, genossen. An Sommertagen haben wir gerne auf einem Steg in Zurlauben am Fluss gesessen, die Füße und die Seele baumeln lassen. Eine herrliche Verbindung zwischen meinem Heimatdorf und Trier gibt es durch den Sirzenicher Bach. Er mündet in die Mosel, und es befindet sich auf dieser Strecke sogar ein kleiner Wasserfall über eine Sandsteinwand. Ich bin jemand, der total genießen kann: sowohl die Natur als auch das Schnippeln und Zubereiten von Lebensmitteln. Kein Wunder, dass es zwischen meinem Freund Uli und mir während eines Kochabends mit Freunden gefunkt hat. Wie jemand kocht, sagt viel über die Person aus.
Ich etwa bin niemand, der sich schnurstracks an Rezepten entlanghangelt, sondern ich experimentiere liebend gerne. So wie ich das auch beruflich gemacht habe. Ich habe eine Schauspielschule besucht, ein Praktikum in einem Kindergarten gemacht und dann letztendlich am Konservatorium in Luxemburg Musik studiert. Kürzlich habe ich die schriftliche Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie bestanden. Diesen Weg habe ich eingeschlagen, weil ich spürte, dass ich bei meiner Arbeit noch näher an den Menschen dran sein will. Wobei, Singen und Seele gehören ja auch zusammen. Der Gesang ist nach wie vor der rote Faden in meinem Leben. Mein herausragender Lieblingsplatz war und ist auf der Bühne - am liebsten mit meinem Lieblingspianisten Tom Engel.
In der Weihnachtszeit bis Silvester hatte ich täglich einen Auftritt in Berlin. Nun freue ich mich auf den kommenden Frühling. Mit befreundeten Musikern plane ich, in Trier aufzutreten. Die Stadt bietet viele bezaubernde Kulissen. Ich erinnere mich noch gut an das Staunen eines Freundes während eines Stadtbummels. Auf dem Hauptmarkt meinte er ungläubig: "Diese Häuser sind doch nicht echt?"
Wenn ich eine persönliche Führung mache, rate ich jedem, nicht nur geradeaus zu gucken, sondern den Kopf auch mal hoch zu tragen. Nicht aus Stolz, sondern um ein paar Meter höher Verzierungen und Malereien zu entdecken. Ein Stück aus Trierer Tagen steht in meinem neuen Zuhause in Berlin: mein schwarzer Lieblingssessel. Etwa drei Mal im Jahr komme ich nach Hause. Mein Freund stammt aus der Pfalz, auch die Nähe unserer beiden Heimatorte verbindet uns. Allerdings werden uns gerade alle Wege so ein bisschen abgeschnitten: Ein Billigfluganbieter hat Berlin gestrichen, und die Zugverbindung wurde gekappt. Dennoch: In etwa drei Monaten schaffen wir auf alle Fälle einen Heimatbesuch inklusive Auftritt, und es gibt auch für uns dann garantiert wieder viel Neues in Trier aufzuspüren.
Aufgezeichnet von
Katja Bernardy