Ideen sammeln

In dem Artikel berichteten Sie von der Ortsbeiratssitzung Trier-Mitte/Gartenfeld, in der uns das Ergebnis des Workshops zur Umgestaltung des Bahnhofsbereiches vorgestellt wurde. Ich bin von dem Ergebnis enttäuscht, allerdings nicht allein aufgrund der Kosten: Ich halte die Einbindung von Bürgern und Beteiligten an allen Maßnahmen, bei denen dies möglich ist, für sinnvoll und effektiv.

Deshalb bin ich auch damit einverstanden, dass der Stadtrat einen Betrag von 60 000 Euro für diesen Workshop zur Verfügung stellte. Doch ich erwarte von der Leitung eines öffentlichen Projekts, dass sie ein gutes Kosten-Nutzen-Verhältnis erzielt. Das heißt, ich erwarte eine konstruktive Ideensammlung, aus der das meiste in der Realität umsetzbar ist und damit die ausgegebenen Steuergelder rechtfertigt. Was mir allerdings auffiel, war eine Projektleiterin, die mich bei meiner Frage nach den Kosten von Projekt und Broschüre als erstes darauf aufmerksam machte, dass der Großteil der Kosten ja eh gefördert wird (was aus nichtstädtischen Steuertöpfen kommt, zählte hier wohl nicht), dass man 4000 Euro für 300 Broschüren bezahlt hat, die man auch am Drucker oder Farbkopierer hätte herstellen können, dass ein überwiegender Teil der Vorschläge meiner Meinung nach im wahren Leben nicht umsetzbar ist. Angestrebt ist etwa der Wegfall von etlichen Fahrbahnen (Christophstraße, Balduinstraße, An der Reichsabtei) zu Lasten des Autoverkehrs. Der Stadt wird es finanziell nie möglich sein, den Busverkehr, der nicht kostendeckend zu betreiben ist, so flexibel zu gestalten. Warum sollen wir dafür unsere nicht vorhandenen Steuergelder zum Fenster rauswerfen? Warum muss jedes erteilte Budget eigentlich gnadenlos aufgebraucht werden? Weil es auf Hochglanzpapier so schön aussieht? Silke Reinert, Trier Mitglied Ortsbeirat Trier-Mitte/Gartenfeld

Mehr von Volksfreund