Igeler Ortsbürgermeister verteidigt Busverkehr

Igeler Ortsbürgermeister verteidigt Busverkehr

Der Anliegerprotest aus einigen Igeler Wohnstraßen gegen die Busdurchfahrten der Stadtwerke-Buslinie 3 bleibt im Ort nicht unwidersprochen. In einer Stellungnahme warnt Ortsbürgermeister Franz-Josef Scharfbillig davor, die ungewöhnlich dichte Anbindung Igels an das Liniennetz durch Einzelinteressen zu gefährden.

Igel. (f.k.) Unter dem Titel "Anwohner protestieren gegen Busse" berichtete der TV am 1. August über den steigen Unmut in der Igeler Secundinier- und Kappellenstraße über die täglich im Zehn-Minuten-Abstand hindurchfahrenden Gelenkbusse. Zuvor hatten bei der Unterschriftenaktion eines Anwohners mehr als 60 Prozent aller Haushalte an der Secundinierstraße die Busse vor ihren Haustüren abgelehnt.

Gute Busanbindung oder Anliegerruhe? In Igel teilen sich die Meinungen. Besonders unter den Nutzern der TV-Internetseiten löste der Artikel eine rege Pro-und-Contra-Debatte aus.

Eine klare Position für den gut ausgebauten Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) bezieht Ortsbürgermeister Franz-Josef Scharfbillig. Die Ortsgemeinde Igel habe vor Jahren dafür gekämpft, dass die Anbindung des Orts an den öffentlichen Nahverkehr erhalten bleibe. Dies sei gelungen, erklärt Scharfbillig. Die Stadtwerke Trier (SWT) seien der Ortsgemeinde Igel dabei dankenswerterweise entgegengekommen. Die Anbindung durch Zug und Bus sei für viele Bürger ein Grund, in Igel Wohneigentum zu kaufen oder ein Haus zu bauen.

Scharfbillig: "Zu Recht klagen in Nachbargemeinden vor allem Eltern, aber auch viele ältere Menschen über die schlechte Anbindung zum Oberzentrum Trier und die Abhängigkeit vom Auto."

Gegen Verlagerung des des Busverkehrs



Dieser Bedarf für Kinder, Jugendliche und Senioren bestehe auch in Igel. "Daher steht es außer Diskussion, dass die Gemeinde Igel für eine bestmögliche Versorgung ihrer Bevölkerung eintritt. Freiwillig werden wir keine Verschlechterung herbeiführen", betont der Ortsbürgermeister. Weder eine Verlagerung des Busverkehrs noch eine Reduzierung stellten eine Option dar.

Das Gegenteil sei der Fall: Die Gemeinde müsse sich in den nächsten Jahren darum bemühen, auch die Bürger in Liersberg und Schauinsland besser an den öffentlichen Nahverkehr anzubinden.

Ebenso müsse die Bahnverbindung nach Luxemburg verbessert werden. Ein zweistündlicher Takt reiche nicht aus. Scharfbillig: "Das ist alles Zukunftsmusik, zeigt aber, dass wir einen Weg einschlagen wollen, damit wir in Igel den Knotenpunkt im Nahverkehr erhalten."

Einzelinteressen könnten aber nicht der Maßstab des Handels sein, sondern das Gemeinwohl. Dies werde auch in Zukunft die Entscheidungen in Igel bestimmen.