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Ihr Herz schlägt fürs Heimatfest Zurlauben

Ihr Herz schlägt fürs Heimatfest Zurlauben

Was vor 60 Jahren mit ein paar Ständen begann, ist längst eine in der ganzen Region beliebte Großveranstaltung geworden. Der TV hat vor Ort eine zweifellos fachkompetente Männerrunde gefragt, was den Charme des viertägigen Moselfests ausmacht.

Trier. Mittwochabend im Restaurant "Ente in Zurlauben". Gleich neben der Theke sitzt eine gesellige Männerclique, die ebenso viel Lebenserfahrung wie Herzlichkeit und Humor ausstrahlt. "Unser Stammtisch der KG ,M'r wieweln noch en Zalawen' besteht seit mehr als 30 Jahren", sagt KG-Präsident Hans-Karl Meunier stolz - und legt los mit einem Abriss zur Geschichte.

"Anfangs war es ein kleines Stadtteilfest mit ein paar Weinständen. Mitte der 70er Jahre machte die Stadt das Moselfest daraus. Später klinkte sich die Stadt aus, und seitdem übernehmen es KG und Männergesangverein wieder in Eigenregie", erklärt Meunier. Die Runde favorisiert den Begriff Heimatfest, der sich auch in der offiziellen Internetseite niederschlägt ( www.zurlaubener-heimatfest.de ).

Aber was macht das Besondere aus? Günter Schiff antwortet prompt: "Es ist ein unwahrscheinliches Event, das wegen seiner tollen Atmosphäre weit über die Grenzen hinaus beliebt ist." Die Festmeile zwischen roten Felsen, Fluss und historischer Bausubstanz ist einzigartig. Hans-Peter Schriever ergänzt: "Wir zeigen samstags das größte und schönste Feuerwerk von Trier." Abgeschossen wird es vom Palliener Ufer, zu betrachten auch von den eigens in Position gebrachten Moselschiffen aus.

"Die Vereine erbringen ihre Leistungen ehrenamtlich, ohne Zuschüsse", stellt Paul Grünen fest. Von der Stadt wünschen sich die Aktiven eine Entlastung bei den Reinigungskosten. Bezahlt hat die Stadt immerhin schmucke neue Fahnen, die freiwillige Helfer aufgehangen haben: "Das Bild wirkt natürlich auch einladend auf die Touristen in Trier."
Gert Ruland stammt aus der Kölner Gegend und wohnt seit elf Jahren in Trier: "Ich habe noch nie so viel über die Historie einer Stadt gehört wie hier beim Stammtisch der KG."

Einmal in Fahrt, gibt Günter Schiff noch ein Bonmot von Präsident Meunier zum Besten: "Die Trierer sin de Schlausten, de Schlausten uff der Welt. Unn sin se maol e bissi taobisch, dann han se sich nur verstellt!"Extra

Nicht zu warm, nicht zu kalt, die Mosel nebenan und Musik bis 1 Uhr - der Eröffnungsabend des 60. Moselfests verspricht einiges. Halten sollen diese Versprechen heute ab 18.30 Uhr die offizielle Eröffnung samt Fassanstich und - ganz traditionell - die Zalawener Duckentcher, die die Zuschauer auf der kleinen Bühne singend begrüßen. Wie man Feste eröffnet, das wissen Nico Mono & Band (sie traten auch schon am Altstadtfest-Freitag auf); heute spielen sie von 20 bis 22 Uhr auf der großen SWR1-Bühne. Für das Zurlaubener Publikum gibt's eine Premiere obendrauf: Sänger und Songschreiber Nico Mono präsentiert erstmals seine neue Single "Amsterdam", in der es um Freiheit und Alltagsflucht geht. Wem das gefällt, der sollte während des Fests nach Flug tickets Ausschau halten, die dort verteilt werden - sie enthalten die Möglichkeit, das Lied kostenlos herunterzuladen. Ein wenig Flucht vom Alltag bieten anschließend auch die Roxxbusters (22 bis 1 Uhr). bec