Ihr nervt doch gar nicht!

Die spielfreudigen Indiepopper von We Arms haben im Exhaus zum Konzert mit drei weiteren Bands geladen: Die zahlreichen Gäste hören Indiepop abseits von breitbeinigem Machismo.

Trier. "We are annoying and moving" singen We Arms im Balkensaal des Exhauses. Dass sie "annoying" sind, also auf die Nerven gehen, damit liegen die acht Musiker der Combo aber offensichtlich doch ziemlich daneben: Wie wäre es sonst zu erklären, dass nicht wenige der gut achtzig Besucher, die zum Disco-war-gestern-Konzert gekommen sind, schon recht textsicher die vertrackten, aber doch eingängigen Songs mitsingen können? Oder die kürzlich gewonnene Vorrunde des "Rockbuster"-Wettbewerbs?
Was eindeutig stimmt, ist das mit dem "moving": Oh ja, in Bewegung ist die Band auf jeden Fall. Da bleibt keiner an seinem Platz oder seinem Instrument kleben, vor allem nicht bei den Ausbrüchen der schmissigen Pop-Songs in perkussive Ausflüge: Da zieht es nicht nur die Sängerin gerne auch ins Publikum, mit der umgehängten Snare kann man da auch gut herumtanzen.
Melancholischer Indiepop


Der energiegeladene Auftritt war der Abschluss eines Konzertabends, zu dem noch drei andere Bands eingeladen wurden: Die aus Hamburg und Leipzig stammenden "Empty Guns" machten modernen Indiepop mit deutschen Texten und durften beispielsweise schon für die Editors, Clueso oder Madsen supporten - womit ihre Musik auch ganz gut eingeordnet wäre.
Dave De Bourg steuerte seinen melancholischen akustischen Indiepop bei, und Kiss Me Katy absolvierten ihren ersten Auftritt überhaupt. Wer We Arms mal in etwas größerem Umfeld sehen möchte, dem sei eine frühe Anreise zum diesjährigen "Lott"-Festival empfohlen: Dort spielt die Combo am Freitag als zweite Band. fgg