Ihre Idee überzeugt den Rat

Das Ehrenmal in Longuich wird erweitert. Hinzu kommen Elemente des Gedenkens an Opfer heutiger, weltweiter Kriege. Dabei soll das Konzept von Julia Schneider umgesetzt werden.

Longuich In einem Gestaltungswettbewerb mit dem Fachbereich Design der Hochschule Trier hat die Gemeinde Longuich Ideen für eine Ergänzung des Ehrenmals in der Maximinstraße gesammelt. Künftig soll neben den Toten beider Weltkriege auch der Opfer heutiger Gewaltherrschaft und bewaffneter Konflikte gedacht werden. Unter den eingereichten acht Entwürfen der Studierenden hat den Gemeinderat das Konzept von Julia Schneider am meisten überzeugt. Es soll nun mit bereits im Haushalt eingeplanten 5000 Euro möglichst zeitnah umgesetzt werden.
Ausgangspunkt ihrer Überlegungen zur Aktualisierung des Ehrenmals war für Schneider die Frage: Wie bekommt man es in unserem doch recht sicheren Alltag vermittelt, dass jeden Tag anderorts auf der Welt gemordet wird? "Dabei ist der Satz aufgekommen: Auch jetzt passiert es", schilderte sie bei der Präsentation der Entwürfe im Gemeindehaus anlässlich des Volkstrauertags. Eben dieser Satz soll nun das Denkmal ergänzen. Die Worte sind auf vier Säulen aus milchigem Acrylglas aufgeteilt. "Vor jeder Säule wird eine Lichtschranke angebracht, über die eine LED-Beleuchtung ausgelöst wird. Beim Vorübergehen leuchten die Worte in den Säulen dann nacheinander auf", erklärte Schneider. Da der Satz auch rückwärts gelesen eine nahezu gleiche Bedeutung habe, funktioniere das Prinzip von beiden Seiten.
Seit 2013 beschäftigt sich der Gemeinderat mit einer Modernisierung des Ehrenmals. Die Idee für eine Zusammenarbeit mit dem Seminar von Professorin Anna Bulanda-Pantalacci an der Hochschule Trier stammte vom damaligen, inzwischen verstorbenen Beigeordneten Jimmy Egner. "Alle eingereichten Entwürfe kamen im Rat sehr gut an. Die Entscheidung fiel in einer geheimen Abstimmung", berichtete Ortsbügermeisterin Kathrin Schlöder. Mit 400 Euro wurde der Siegerentwurf gekürt. 200 Euro gab es für den Zweitplatzierten Alois Kaufmann. Sein Konzept "Sog der Gewalt" hatte eine einseitig verspiegelte Fläche vorgesehen, die beim Betreten eine darunter angebrachte Beleuchtung auslöst. Die LED-Lampen würden eine optische Täuschung erzeugen: ein schwarzes Loch, das den Betrachter nach unten zu ziehen droht. Kaufmann hatte neben seinem eigenen Beitrag auch als Tutor für die Seminargruppe gewirkt und die 3-D-Modelle als Arbeitsgrundlage für die Studierenden erstellt. Den dritten Platz (100 Euro) belegte Sarah Kowatsch mit "Fragmente": eine zersplitterte, von innen angestrahlte Weltkugel mit beweglichen Elementen.