IHRE MEINUNG
Zum Artikel "CDU-Stadtrat wirft Verwaltung Abzocke vor" (TV vom 16. August):
Über den Sinn von Regeln und Gesetzen lässt sich streiten - der konstruktive Änderungsvorschlag zum Parken ab 18 Uhr ist ausdrücklich zu unterstützen - , aber solange sie gelten, gelten sie für alle. Hier von Abzocke zu sprechen, ist daher unangemessen. Die meisten Trierer kennen die Regelung auf den Trierer Parkplätzen - auch an der Tufa; wer sie nicht kennt, liest normalerweise die Informationen am Automaten, um zu wissen, bis wann und wieviel zu zahlen ist. Spätestens dann ist jedem klar, dass er bis 20 Uhr auf dem Busparkplatz nicht parken darf. Wer es dennoch tut, weiß, was er riskiert - genauso wie bei Geschwindigkeitsübertretungen oder dem Überfahren roter Ampeln (übrigens auch dem Abgreifen von Unterlagen aus Polizeiarchiven). Übrigens ist es keine objektive Schilderung von Tatsachen, sondern Meinungsbeeinflussung, bei einem Parken von definitiv vor 19 Uhr von "ein paar Minuten" zu sprechen (Herr Pistorius) oder auch von einem "seltsamen Geschehen" und einem "Großeinsatz des Ordnungsamtes" sowie "einem ganzen Trupp" bei gerade drei Polizeikontrolleuren. Auch die Feststellung, dass "legale Parkmöglichkeiten" im Umfeld der Tufa knapp seien, stimmt keineswegs: Parkplatz hinter dem FWG, Parkstreifen am Palastgarten, Parkplatz Basilika, Parkhaus Mustorstraße, Parkhaus Viehmarktplatz - alle nur wenige Hundert Meter entfernt. Hier einen sensiblen Umgang mit den ach so armen Falschparkern und einer notwendigen Schulung der Einsatzkräfte zu fordern, heißt eindeutig, die eigene Schuld auf andere abzuwälzen. Wer selbst einfache Parkregeln nicht einhält, braucht sich nicht zu wundern, wenn abends und am Wochenende selbst Plätze wie der vor dem Dom komplett zugeparkt sind. Das Ansprechen dieses Themas gerade vor der Wahl eines neuen Oberbürgermeisters und direkt im Zusammenhang mit einer politischen Veranstaltung wirkt hier doch recht populistisch. Andreas Vaske, Trier