IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über das Regionalbahnkonzept in Trier und zum Leserbrief "Igeler Bahnhof droht Parkchaos" (TV vom 6. August):

Im rollstuhlgerechten Hotel Igeler Säule hat ein Behinderter gebucht. Er möchte sich mal gerne Luxemburg ansehen. Sein Begleiter geht zum Bahnhof Igel und stellt fest, dass der Bahnsteig Richtung Wasserbillig-Luxemburg rollstuhlgerecht gebaut ist. Also fahren wir am nächsten Tag nach Luxemburg. Abfahrt 8.48 Uhr. Nach einem schönen Tag wieder mit dem zweistöckigen Zug nach Igel. Pünktlich trifft der Zug in Igel ein. Der Behinderte will aussteigen, die Bahnsteighöhe passt nicht. Wo ist der Aufzug? Treppe runter, Treppe rauf. In der Unterführung riecht es nach Fäkalien. In Igel heulen die Sirenen, die Feuerwehr muss ran, der Mann will ins Hotel. Vom Bahnbau Igel/Igel-West wurde im TV viel berichtet. Fünf neue Brücken wurden gebaut, Felssicherungen, Wald abgeholzt. Modernste Fahrleitung, Hangsicherung, Bachläufe erneuert, manche von 1855, die noch den Anforderungen von heute entsprechend waren. Lärmschutz, Gleisbett nach neuesten Erkenntnissen, Signalisierung mit Gleiswechselbetrieb. Alles gut. Wo bleibt der Mensch? Oder hat mal einer gefragt: Wie kommt man zum Bahnhof? Kein Parkplatz, den die Luxemburger CFL dringend für Pendler suchen geht. In Igel liegen 4000 Quadratmeter brach. Keine Verknüpfung für Busse. Die Bahnhofstraße vom ersten Bahnbau 1855, heute noch teilweise Privateigentum. Bei einer außerordentlichen Streckensperrung Chaos in der Trierer Straße 67. 50 Reisende mit Rucksack und Koffer warten auf einen Bus nach Luxemburg. "Können wir mal Ihre Toilette benutzen?" Wir bleiben menschlich und dulden das. Berthold Schömer, Igel

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