IHRE MEINUNG

Zur geplanten Karl-Marx-Ausstellung in Trier erreichte uns diese Zuschrift:

Dass sich ausgerechnet Triers OB Klaus Jensen zum Initiator einer Ausstellung über Karl Marx erklärt, verwundert nicht grundsätzlich. Dass unser OB aber ausschließlich wirtschaftliche Gründe für die Ausstellung anführt (erwartete Einnahmen, regionale Wertschöpfung, wirtschaftliche Effekte, finanzielle Gewinne), ist schon eher bemerkenswert. Bisher hat er sich nicht gerade als Wirtschaftsmotor profiliert. Man kann über die Thesen des in Trier geborenen Gesellschaftstheoretikers Karl Marx (die aus meiner Sicht in der gescheiterten kommunistischen Umsetzung millionenfaches Elend und Leid über die Menschheit gebracht haben) denken, wie man will. Aber wenn Karl-Marx 2018 mit einer 5,6-Millionen-Show eine Bühne bereitet wird und er so in Trier geehrt werden soll, dann sollten die Initiatoren dazu auch politisch Stellung beziehen. Wer sagt denn überhaupt, dass die Karl-Marx-Ausstellung so erfolgreich wird wie die Konstantin-Ausstellung? Woher nimmt der OB diese Gewissheit und lastet Landrat Günther Schartz an, diese Marketing-Effekte zu verschweigen? Wenn der VfL Wolfsburg 4:1 gegen die Bayern gewinnt, dann müssen die Wölfe nicht auch zwangsläufig 4:1 gegen Frankfurt gewinnen. Welche Exponate von Karl Marx will denn das Landesmuseum 2018 ausstellen, um 100 000 Besucher anzulocken und ihr Eintrittsgeld zu kassieren? Mit Plastik-Figuren wie weiland vor der Porta Nigra ist es diesmal nicht getan. Vielleicht findet sich in Wladiwostok ein Standbild, aber eher wird man da wohl in China fündig. Ob es ausreicht, auf die chinesische Karte zu setzen, ist wohl sehr fraglich. Während Constantin der Große mit der Legalisierung des Christentums unsere Welt für immer verändert hat, ist das Karl Marx mit seinen Thesen zum Glück nur für einige Jahrzehnte gelungen. Ich lehne eine millionenteure Ausstellung aus politischen Gründen ab und bezweifele ihren wirtschaftlichen Nutzen für Trier und die Region. Möge sie in Xiamen gemacht werden, dort kommen bestimmt auch mehr Leute! Wilfried Knickrehm, Trier

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