IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Pfusch am Bau: Handwerk schlägt zurück" (TV vom 16. April):

Es mag niemand bestreiten, dass sich an einer Deckenkonstruktion nach 40 Jahren Mängel zeigen, die behoben werden müssen. Diese jedoch als Pfusch am Bau oder Murks zu klassifizieren, disqualifiziert den oder diejenigen, die dies behaupten, und lässt die Frage nach deren baukonstruktiven Kenntnissen aufkommen. Eine zimmermannsmäßige Konstruktion der 70er Jahre lässt sich zweifelsfrei von praxiserfahrenen Ingenieuren und Statikern im Holzbau beurteilen, welche mit diesen Konstruktionen vertraut sind oder waren. Gutachter, welche sich hier auf heutige Normen und Vorschriften berufen, was auch für die Verantwortlichen der Verwaltung gilt, tun gut daran, hier Zurückhaltung zu wahren. Gutachten auf dieser Basis sind wenig überzeugend und lassen Zweifel am tatsächlichen und wirklichen Schadensumfang aufkommen. Sie nähren die Annahme, dass auch einfache und pragmatische Lösungen unter Beiziehung von fachkundigen Baufachleuten denkbar gewesen wären, anstatt in einem Rundumschlag die Hallen zu schließen. Zu bezweifeln ist in jedem Fall die akute Gefahr. Eine akute Gefahr wird sofort vor Ort und nicht erst Wochen später am grünen Tisch festgestellt. Es bleibt unergründlich, wieso nach Feststellung der angeblichen Gefahren in den Hallen Feyen und Trier-West erst jetzt nach zweieinhalb Monaten Ausschreibungen zur Behebung der Gefahren erfolgen, wo doch sofortige Abhilfe zugesagt wurde. Hier sind wohl Baudezernat wie auch Gutachter überfordert. Die Beiziehung eines fachkundigen Betriebes oder auch Büros im Ingenieurholzbau wäre wohl ein Weg gewesen, das Hallenproblem schneller zu lösen. Die Landkreise machen das besser. Herbert Schuhmacher, Trier,Vizepräsident des Handballverbands Rheinland