IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über den Schulentwicklungsplan für die Stadt Trier:

Ich möchte hier mal eine Lanze für die Beamten unserer Baubehörden brechen, da diese wiederholt unfair kritisiert wurden. Bevor Fachleute für das öffentliche Bauwesen seriöse Kostenschätzungen erstellen können, muss der Stadtrat klare Ziele vorgeben. Die Bir(k)regio-Statistik-Orgien von 2012 sind so schnell von einer Variante zur nächsten geschlittert, dass eine Planung derselben Zeitverschwendung gewesen wäre. Inzwischen hat der Stadtrat einen vorläufigen Kurs zum Schulplan gesetzt. Unser Baudezernat kann nun planen und die Folgekosten der Vorschläge berechnen. Hierbei sollte man keinen unangebrachten Druck machen, wenn Trier nicht mit unvollständigen Schulbaukosten sein eigenes Stuttgart 21 erleben möchte. Man sollte erst dann von einer Schließung der Grundschule (GS) Quint sprechen, wenn detailliert miteinander verglichen wurde, was mehr Aufwand und Kosten bedeutet: die Sanierung (!) und ein 806-Quadratmeter- Nettogrundrissflächen-Anbau der GS in Ehrang oder die leicht machbare und seit Jahrzehnten überfällige energetische Sanierung der GS Quint. Zudem wird das Baudezernat den Stadtrat daran erinnern müssen, dass durch eine Erweiterung der GS Ehrang laufende Bauanträge erheblich verzögert werden. So müssen alle Lärmbelästigungs- und Verkehrsstudien, welche für den Bau der Eulenplatz-Kita oder zur geplanten Umgehungsstraße für Ehrang erstellt wurden, überarbeitet werden, um die Zulässigkeit aller Baumaßnahmen im Zusammenhang zu verifizieren. Es ist fraglich, ob der verkehrstechnische Flaschenhals bei der GS Ehrang in einer der Hauptverkehrszeiten zukünftig mit 100 Elternautos mehr belastet werden darf. Macht die genehmigte Ortsumgehungsstraße so noch Sinn? Braucht Ehrang noch eine teure neue Kita, wenn die GS Quint zur Kita umgebaut wird und so viel kostengünstiger den Gesamtbedarf des Stadtteils Ehrang/Quint decken könnte? Wenn der Stadtrat derzeit noch mehr Fragen als Antworten in Sachen Schulplan Trier hat, sollte man nicht versuchen, unsere Baufachleute dazu zu zwingen, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun. Robert Ruland, Trier-Quint

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort