IHRE MEINUNG
Zum Leserbrief "Platz für Gedenktafel?" (TV vom 18. November) über die Konversion des ehemaligen Kasernengeländes Castelnau:
Das heutige Castelnau-Gelände war bis zum 2. März 1945 militärisches Sperrgebiet der Deutschen Wehrmacht. Nach meinen mehrjährigen Forschungen befanden sich dort bis zu diesem Zeitpunkt keine "Fremdarbeiter". Somit kann es im ehemaligen Kasernengelände auch keine "Gräuel und Verbrechen" gegeben haben. Ab Anfang März 1945 begannen die US-Truppen, die orientierungslos umherirrenden Ausländer, die die Nazis aus ihrer Heimat zum Arbeitseinsatz nach Deutschland verschleppt hatten, zunächst in der Kaserne Petrisberg zu sammeln. Kurz danach wurde dann in der Feyener Kaserne das sogenannte DP-Camp (Sammellager für heimatlose Ausländer) eingerichtet, um dort die Versorgung dieser Menschen durch die Nothilfe- und Wiederaufbauverwaltung der Vereinten Nationen (UNRRA) zu ermöglichen. Ich empfehle dem Leserbriefschreiber die Lektüre meiner bereits 2003 im Kurtrierischen Jahrbuch veröffentlichten Forschungsarbeit "Das Polenlager" Trier Feyen 1945 - 1949. Die Anbringung einer Gedenktafel, die an die hier ab März 1945 untergebrachten ehemaligen Zwangsarbeiter erinnert, begrüße ich und unterstütze dies gerne mit einer namhaften Spende. Adolf Welter, Trier