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Zur Berichterstattung über das geplante Schulentwicklungskonzept der Stadt Trier:

Wenn man einzelne Teile miteinander verbindet, so ergibt das Gesamtwerk manchmal mehr als die Summe der einzelnen Teile. Gutachter Wolf Krämer-Mandeau versucht, uns das in Bezug auf einige Grundschulen schmackhaft zu machen. Wenn man zwei oder mehr Grundschulen zusammenlegt, dann durchmischt sich die Schülerschaft, und das Gesamte ist mehr oder besser, weil mit dem Gesamten etwa vermieden wird, dass in einem Stadtteil (Trier-West) durch die einzelne Grundschule ein "Soziotop der Bildungsferne" entsteht. Was aber, wenn einzelne Grundschulen gesellschaftliche und stadtteilbezogene Problemfelder sehr gut bearbeiten? Das geschieht beispielsweise in Trier-Quint. 42 Prozent der Grundschulkinder haben einen Migrationshintergrund. Die erfolgreiche Integration wird in der Grundschulzeit stark vorangetrieben: Die Sozialisation hin zu bürgerlichen und westlichen Wertevorstellungen gelingt hier außerordentlich gut. Kann das auch weiterhin so gut gelingen, wenn die Grundschule Trier-Quint geschlossen wird? Die Argumentation mit den Zusammenlegungseffekten funktioniert auch bei Problemfeldern wie der Migration oder den sozialen Brennpunkten. Zwei Probleme zusammen sind mehr als die Summe der einzelnen Probleme. Ronny Döring, Trier, Schriftführer des Fördervereins der Grundschule Quint