IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über den Trierer Weihnachtscircus:

Mein Besuch im Trierer Weihnachtscircus hat bei mir das blanke Entsetzen ausgelöst. Per Zufall bin ich für meine verhinderte Freundin eingesprungen und mit deren Mädels und meinem Sohn in der Familienvorstellung des Trierer Weihnachtscircus gelandet. In der ausverkauften Vorstellung wurde viel Akrobatisches und Lustiges gerade für Familien mit Kindern geboten. Es gab nette Vorstellungen mit Pferden, und Amüsantes mit Hunden zu sehen. Bis kurz vor der Pause war ich auch begeistert. Als dann die Wildtiere ihren Auftritt hatten, war es für mich vorbei mit der Begeisterung. Ich frage mich, warum solch ein kleiner Zirkus mit so einer Präsenz an Tieren auftrumpfen muss. Erst kamen sechs Kamele in die Manege, gefolgt von mehreren Huftieren (Bison, Ochsen mit Riesenhörnern). Das war allerdings noch nicht alles, was der Dompteur zu bieten hatte. Zu dieser großen Zahl an Tieren kamen nun noch circa sechs Esel und mehrere Lamas in die Manege. In die - an der Menge der Tiere gemessene - winzige Manege wurden nun noch Kisten gestellt, auf die einige Tiere hinaufstiegen. Ich frage mich, wer soll das hier eigentlich verantworten? Da liefen über 20 Tiere mehr oder weniger gesittet im Kreis. Da herum saßen Familien mit kleinen Kindern, umgeben von einer Geräuschkulisse, die durch den Applaus der Zuschauer ihren Höhepunkt hatte. Ich möchte mir gar nicht ausmalen, was passiert wäre, wenn eines der Tiere die Nerven verloren hätte. Wer ist zuständig, die Sicherheit der Zuschauer zu gewährleisten, die nur durch die Begrenzungskisten getrennt quasi auf Augenhöhe mit den Tieren waren? Zu allem Überfluss wurde im Anschluss noch für die Tierschau mit über 80 Tieren geworben. Mal abgesehen davon, dass ich Wildtiere völlig überflüssig im Zirkus finde, stellt sich für mich vielmehr hier die zentrale Frage der Sicherheit der Zuschauer. Die Kinder, die mit mir im Auto nach Hause fuhren, waren begeistert von dem Pausenclown und meinten zu meiner Erleichterung, dass die vielen Tiere völlig unnötig waren bei so toller Akrobatik. Silke Molecki, Trier