IHRE MEINUNG

Zum Artikel "Trierer Schulkonzept: Fraktionen finden Kompromiss in letzter Minute" (TV vom 13. März):

Nun sollen also die Grundschulen Ehrang und Quint nach dem Willen des Stadtrats an einem bislang unbekannten Ort zusammengelegt werden. Das Verständnis für solche Pläne könnte in der Bevölkerung sicherlich erhöht werden, wenn man diese in höherem Maße als bisher mit konkreten Argumenten und Zahlen zu solchen Vorhaben versorgt. Was gegen diese Zusammenlegung spricht, ist offensichtlich: Der Schulweg für die kleinsten unter den Schülern erhöht sich beträchtlich - bei einem neuen Standort am Mäusheckerweg für einen Quinter Grundschüler gut und gerne auf sieben Kilometer (je nach Wohnort), bei einem Standort am Marienkrankenhaus immer noch auf zweieinhalb Kilometer. Was sind demgegenüber die Vorteile dieser Planung? Welche Kosten werden eingespart, wenn - abgesehen vom Wegfall eines Gebäudes - die Klassengrößen und damit die Anzahl der notwendigen Lehrkräfte unverändert bleiben sollen? Stehen die eingesparten Kosten und etwaige andere Vorteile, die noch zu erläutern wären, in einem sinnvollen und auch für Betroffene nachvollziehbaren Verhältnis zu den besagten Nachteilen? Wurden bei der Kosten-Nutzen-Planung auch die steigenden Kosten für Fahrtwege (für die Eltern, aber auch für die Stadt) berücksichtigt? Ist die Variante eines Neubaus in Krankenhausnähe in Anbetracht der Kosten, die dies mit sich bringt, nicht von vornherein abwegig, so dass nur die - mit deutlich längeren Fahrtwegen und -kosten verbundene - Alternative des Schulzentrums am Mäusheckerweg bleibt, dessen Zukunft allerdings noch völlig unklar ist (und damit auch die Frage frei werdender Räume für Grundschüler)? Es mag ja sein, dass nach Beantwortung all dieser (und sicher noch weiterer) Fragen die Zusammenlegung der Grundschulen Ehrang und Quint die sinnvollste Lösung ist. Doch ist dies, vorsichtig ausgedrückt, alles andere als offensichtlich und nachvollziehbar und sollte deshalb unbedingt viel konkreter von den dies beschließenden Gremien dargelegt werden. Stefan Spies, Trier

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