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Zum Artikel "Grundstückspoker spitzt sich zu" (TV vom 21. November):

Wer die bauliche Entwicklung in Schweich beobachtet hat, für den ist erkennbar, dass es hier viele Gewinner gibt (Häuslebauer, Neubürger, Immobilienhändler), aber auch Verlierer. Hierzu gehören auch die Landwirte, die einen Großteil des Verkaufserlöses ihrer Grundstücke wieder ans Finanzamt hergeben müssen. Gravierender finde ich allerdings, dass die Ausgleichsflächen nicht die Qualität "Marke Ermesgraben" haben. So werden im Bereich der "Sauerwiesen" Flächen zum Ackerbau gerodet, welche (der Name sagt es eigentlich schon) nicht den gleichen Ertrag wie im Ermesgraben bringen können. Andere Flächen, die zwischen Schweich und Föhren liegen, haben nicht nur einen geringeren Ertrag, sondern sind von Wildschaden bedroht. An die immer weniger guten Ertragsflächen denkt man nicht gerne, wenn man versucht, Schweich zum Mittelzentrum hochzuprügeln. Was kommt als Nächstes? Ein Krankenhaus? Ein Amtsgericht? Dann können sich unsere Schweicher Landwirte darauf einstellen, ihr Getreide demnächst im Meulenwald anzubauen. Nur zehn Euro mehr für den Quadratmeter, und die Sache ist vom Tisch. Zudem: Wenn ich nicht ganz falsch informiert bin, dann wurden vor vier Jahren für den Kauf der Lebenshilfe-Flächen 70 Euro gezahlt, und das ist nur eine Hausnummer weiter. In dem großen Spiel "Wir bauen uns ein Mittelzentrum" sollte man nicht die wichtigsten Mitspieler verärgern. Wir brauchen die Landwirte noch, nicht nur für unser täglich Brot. Heinz-Jörg Merges, Schweich

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