IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über die Anzeige der Stadt Trier gegen unbekannt wegen Geheimnisverrats:

"Getroffene Hunde bellen": So könnt man die Reaktion der Trie rer Politiker nennen, die sich offensichtlich ertappt fühlten bei dem hervorragenden Bericht der TV-Redakteurin Christiane Wolff zum Trauerspiel um das Theater Trier. Die einhellige Meinung in meinem Freundes- und Bekanntenkreis lautete: Ein guter Bericht, endlich klare Fakten und vor allem klare Zahlen. Da die Verwaltung leider häufig nur mit Umschweifungen und Ausreden zu derartigen Dingen Stellung bezieht, ist es die Aufgabe, ja Pflicht der Presse, von Missständen und Geldverschwendungen im Finanzbereich der Behörden zu berichten. Der Bürger will wissen, was mit seinem Steuergeld geschieht. Hier Anzeige zu erstatten, zeigt meiner Meinung nach deutlich, wie sehr man sich ertappt fühlt und nun selbst die Pressefreiheit mit Bezugsquellen-Herkunft in Frage stellt. Sind es doch die gleichen Politiker, die ihrerseits im Fall des Freihandelsabkommens TTIP zurecht die Geheimhaltung von Fakten und Zahlen mit dem Hinweis "etwas faul an der Sache" kritisieren. Der Bürger erwartet von der Lokalpolitik bis hin zur Bundespolitik Offenheit und Ehrlichkeit. Andernfalls wendet er sich den Protestparteien zu, wie aktuell zu beobachten ist. Ich kann nur hoffen, dass die Anzeige der Stadt Trier erfolglos sein wird und dem Bürger gute, mutige Redakteure wie Frau Wolff und der TV als freies, objektives Pressemedium erhalten bleiben, die kritisch mit Fakten und Zahlen die Arbeit der vom Bürger gewählten Politiker beobachten und damit dem Steuerzahler die Informationen bringen, die ihm sonst verwehrt oder verheimlicht blieben. Nur so können Missstände beseitigt sowie Änderungen zum Wohle der Bürger und der Stadt Trier bewirkt werden. Norbert Fröhlich, Trier