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IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über das geplante Karl-Marx-Denkmal auf dem Simeonstiftplatz in Trier, das der chinesische Staat der Stadt Trier schenken will:

In dieser Stadt eine 6,30 Meter hohe Statue auf einen öffentlichen Platz zu stellen, nur weil es dem an Größe gewöhnten Künstler Herr Wu nicht genehm ist, eine kleinere Statue anzufertigen beziehungsweise sich auf den von der Stadt und den Bürgern vorgeschlagenen Platz zu beschränken, finde ich einen Skandal und entehrt jeden Demokraten, dem das Wohl dieser Stadt am Herzen liegt. Dies ist mein Kommentar zum Artikel, der sehr aufschlussreich die Details wiedergibt. Darin zu erkennen ist allerdings auch, mit welchen Mitteln die Stadtvertreter sich vorstellen, die Gemüter der Bürger zu beruhigen, denen diese Art von Bevormundung und Verschwendung öffentlichen Geldes zuwider ist. Nichts ändert sich, heißt für mich im Klartext, dass es dem Stadtvorstand egal ist, was die Bürger wünschen und denken. Was den Gastrobereich angeht, gibt es ja im Anfang der Straße und in der Stresemannstraße entsprechendes Klientel. Was macht die Stadt mit diesen Wohnungslosen? Vertreibung? Oder bezahlbaren Wohnraum schaffen, der dem wirklichen Einkommen der arbeitenden Bürger unserer Region entspricht? Das heißt ja, praktisch kann jeder Beliebige daherkommen und unsere Stadt verunglimpfen. Es wird noch nicht einmal für nötig erachtet, den Wünschen und Bedenken der Bürger, ja ihrer Sorgen Rechnung zu tragen. Geschweige denn, vorausschauend überlegt: Wie könnte die westliche touristische Welt reagieren? Hauptsache geschenkt, und wir fahren nach China. Versprochen. Wir müssen uns doch ordentlich für so ein Riesenmonstrum, was unseren schönen rustikalen Simeonstiftplatz verschandelt, bedanken! Wessen Geld wird das wohl kosten? Neben den veranschlagten 150 000 Euro für die Umgestaltung zum Karl-Marx-Platz, den am Abend nicht unbedingt viele Besucher bewundern würden. Es sei denn, sie gehen in die Karl-Marx-Straße und auch in Richtung Römerbrücke. Darüber hinweg, dann links hinunter, in die Etablissements, die vorhanden sind und auf Besucher warten. Dafür werden dann noch mehr Parkplätze für die eh schon abgezockten Autofahrer im Karl-Marx-Viertel wegfallen. Rosalia Jacquin, Trier