IHRE MEINUNG

Diese TV-Leserin aus Ehrang gibt eine Liebeserklärung an ihren Stadtteil ab:

Als waschechte alte Ehrangerin erlaube ich mir, ein Loblied auf meinen Stadtteil Ehrang zu bringen. Es hat mir hier an nichts gefehlt. Der Kindergarten lag vor meiner Haustür. Den besuchten auch meine Geschwister, meine Kinder und noch meine Enkelkinder. Damals, im Jahr 1932, als er eröffnet wurde, dachten wir, der würde für die Ewigkeit halten. Zur Volksschule, wie sie damals hieß, hatte ich nur ein paar Minuten. Auf dem Weg dorthin kamen viele Kinder aus allen Ecken dazu. Acht Klassen besuchten zu dieser Zeit die Schule, den Abschluss bildete die achte Klasse, jahrzehntelang mit Rektor Antz. Wer kann denn von sich behaupten, so einen schönen Heideberg vor der Tür zu haben? Werktags erkundete ich ihn, das fing schon im Frühjahr an, denn da pflückte ich Veilchen im Wingert. Dort waren noch die Trockenmauern zu sehen von den ehemaligen Weinbergen. Leider war der Wein zu sauer, und so kelterten die Ehranger Bauern nur noch Viez. Sonntags war für uns, meine Eltern und Geschwister, stets ein Muss ein Spaziergang über die Heide an den Kreuzweg-Stationen vorbei zum Heidekapellchen, dann zu den Heidestuben und weiter bis Quint zum Schado oder Reichert. Zurück ging\'s über den Petenweg nach Hause. Meine Mutter drängte immer zur Eile, weil sie die Ziegen melken musste. Schwimmen gelernt habe ich in der alten Kyll beim Nussbaum. Das war damals das Strandbad. Wenn die Kyll im Wehr überlief, dann konnte man an manchen Stellen in der alten Kyll schwimmen. Im Jahr 1938 bekam Ehrang ein schönes Schwimmbad, was auch gerne angenommen wurde. Die Versorgung durch Ärzte und Apotheken im Stadtteil ist gut. Friseurläden, ein Blumenladen, Metzger, Bäcker, Uhrmacher, eine Volksbank sowie die Sparkasse sind vorhanden. Der Stadtbus fährt alle 20 Minuten. Das Vereinsleben wird in Ehrang großgeschrieben. Wir, mein Mann und ich, nehmen rege am Vereinsgeschehen teil. Zusammen sind wir in fünf Vereinen Mitglied. Wer gern angelt, der fühlt sich an der Kyll sowie am Kaiser- und Wolfskaulerweiher wohl. Auch meine Eltern waren waschechte Ehranger, und so wurde mir ein perfektes Ehranger Platt übermittelt. Marga Marzi, Trier-Ehrang

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