Ihre Meinung

Zur Themenseite Fahrrad, Auto oder Bus? (TV vom 22. Juni) meint diese Leserin:

Tolle Idee diese Testreihe und aussagereiche Ergebnisse - zumindest alltagsnah. Aber mal ehrlich - machen Sie diesen Bus-Test mal für... sagen wir drei Monate. Ein halbes Jahr? Seien Sie mal abhängig von Bus und Bahn hier in Trier. Man verzweifelt, steht und wartet, kann sich nicht verlassen auf den Fahrplan, fährt zwei Busse früher los als man müsste laut Buszeitplan, um doch zu spät zu kommen. Schüttelt den Kopf über alle Architekten, Designer und Planer die an Haltestellen-Konzeptionen mitgewirkt haben. Man verflucht den Tag an dem man geschworen hat vom Auto unabhängig zu sein - Umwelt zu schonen - nicht zum Verkehrschaos beizutragen. Dreimal laut gelacht. Wie viele andere auch - und es werden immer mehr - habe ich nicht die Alternative eines PKWs. Und leider ist es kein Alltag, dass man mit den Buslinien zeitlich so fahren kann wie es im Linienplan angegeben ist. Wie ärgerlich in der Testreihe, dass der Bus zwei Minuten Verspätung hat. Zwei Minuten!? Das ist super super pünktlich! Ich kenne genügend Menschen für die es Alltag ist, zwei Busse vor der eigentlichen Zeit zu nehmen, um pünktlich zur Arbeit oder zu sonstigen Terminen zu kommen. Ich habe gestern 1,5 Stunden gebraucht, um von Ehrang in die Diedenhofener Straße zu fahren. 1,5 Stunden. Und dass, obwohl ich einen Bus früher genommen habe weil man den Abfahrtszeiten nicht trauen kann. Ich weiß, dass das mit dem Verkehr in der Stadt zu tun hat, mit der geografischen Lage, mit den vielen komplizierten Baustellen... und und und. Aber was für ein Nutzen hat so eine Testreihe, außer dass wir jetzt wissen, dass man auf Kurzstrecken mit dem Rad am schnellsten vorwärts kommt? Man sollte versuchen Ursachen herauszufinden warum das mit dem Busfahren in Trier so schwierig und kompliziert ist, um dann Änderungen mit VRT und Stadt herbeizuführen. Klar, der Verkehr in der Stadt, die vielen vielen Autos, weil wir ja alle unabhängig und schnell vorwärts kommen müssen. Die geografische Lage - die vielen Baustellen. Aber wie können wir was ändern? Werden jetzt mehr und größere Busse eingesetzt, damit man auch zu den Stoßzeiten in schlechter Busluft wenigstens sitzen kann? Wird mehr Geld in die Verkehrsbetriebe gesetzt, damit mehr Busse eingesetzt werden können oder doch lieber mehr XXL-Parkplätze mit kauffreudigen superschlanken Frauen auf der Werbefläche die volle Shopping-Taschen leichthändig vor sich und ihrem XXL-Wagen hin- und her schwenken? Oder werden Bushaltestellen mit Geld überschüttet, um diese so zu gestalten, dass man sich auch im Winter setzen kann und dass man Schutz vor Sonne, Regen, Schnee, Hagel und Wind findet wenn man schon so lange warten muss? Unterstützt wird, dass man noch schneller, besser und sicherer von A nach B kommt - im Auto selbstverständlich. Heute mal mit dem Bus? Lieber nicht, ich muss pünktlich sein. Oder mit dem Rad? Och nee, es regnet. Lieber bezahle ich teuren Parkplatz und spare mir die schlechten unfertigen Radwege. Toll das Leben mit Bus und Bahn wenn man sich Alternativen leisten kann. Annegret Bepler, Trier

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