Ihre Meinung

Der TV-Artikel über die Kritik der Trierer Grünen an Küken-Ausstellungen in der Trier-Galerie und einer Sparkassenfiliale ("Streit um den kleinen Küken-Streichelzoo", TV vom 5. April) hat zahlreiche Leserreaktionen hervorgerufen. Hier der erste Teil der Lesermeinungen.

Keine Banalität scheint mehr vor Skandalisierungen sicher. Man könnte meinen, die Galerie veranstalte stündlich öffentlich das Schlachten, Rupfen und Ausnehmen eines Huhnes. Mitnichten. Da werden in der Osterzeit Küken in einem Einkaufzentrum gezeigt, die der Züchter offensichtlich noch mit Namen kennt. Ob dieser den Küken abends eine Gute-Nacht-Geschichte vorliest und genügend Holzspielzeug in das Gehege legt, weiß ich nicht. Ich kann jedoch als Augenzeuge zur Beruhigung beitragen: Die Küken verhielten sich unauffällig, artgerecht und machten auf mich einen glücklichen Eindruck. Auch die Kinder, Mama, Papa, Oma und Opa waren sichtlich begeistert. Niemand wird einen bleibenden Schaden davontragen, und die Tiergeräusche werden leise verhallen. Jürgen Schlöder, Trierweiler Ich bin Archäologie-Student an der Universität Trier und habe mich immer für Tierschutz interessiert. Ich finde es wichtig, dass solche Themen immer wieder auftauchen und viel Interesse erwecken. Ich kenne Frau Jakobs persöhnlich und kenne niemanden, der so harmoniesüchtig ist wie sie. Ich denke, dass sie nie den Kükenzüchter persönlich angreifen wollte, sondern solche Veranstaltungen selbst. Es geht hier um die Würde von allen Tieren und nicht nur Küken. Junge Menschen sollen Respekt für Tiere lernen und nicht, dass man sie zu Vergnügungszwecken ausnutzt. Ich weiß, dass in manchen Augen so ein Protest unverständlich ist. Meiner Meinung nach ist es sehr wichtig, dass junge Menschen Kontakt zu den Tieren haben, aber man kann es auch auf andere Art machen. Ich denke, dass Frau Jakobs die Menschen aufmerksam machen möchte auf die ganze Problematik des Umgehens mit Tieren. Lukasz Burak, Trier Vielen Dank für die Meinung des TV-Redakteurs im Kommentar, der ich mich voll und ganz anschließen möchte. Ich bin bereits im 57. Lebensjahr. Auch ich habe mich erfreut am Anblick der Küken. Es ist schön, dass unseren Kleinsten die Möglichkeit dieses Erlebnisses geboten wird. Herr Naumes und die Veranstalter sollen sich bitte nicht irritieren lassen. Karin Keutner, Trier Die Empörung der Trierer Grünen über die Küken in der Galerie halte ich für maßlos übertrieben. Warum empören sich die Grünen nicht über die Vögel, die von den von den Grünen befürworteten Windparks 1000-fach getötet werden. Hier wird mit zweierlei Maß gemessen. Wenn Sarah Jakobs der Ansicht ist, dass Küken nicht angefasst werden dürfen, da sie kein Spielzeug seien, will sie dann auch das Halten von kleinen Hunden und Katzen verbieten? Ich denke, hier will sich jemand mit ungeeigneten Mitteln profilieren. Helga Kiemes, Trier Ist doch schön, dass es so etwas noch gibt. Aber wie immer darf das ja alles nicht mehr sein. Schade. Es ist doch toll, dass Kinder hier mal etwas Ordentliches lernen können. Es ist schon schlimm genug, dass Kinder glauben, eine Kuh sei lila, und Käse könne tanzen. Dieses Zeigen von den Tieren hat auch mit der Massentierhaltung gar nichts zu tun. Einfach nicht entmutigen lassen. Weiter so! Reiner Müller, Konz Ich bin erstaunt, wie dümmlich sich die Grünen mit diesem Thema beschäftigen. Die Grünen sollten sich mit wichtigeren, politischen Themen beschäftigen und nicht mit solchen "Nebenkriegsschauplätzen". Wie die meisten Besucher fand auch ich diesen Kükenzoo ganz informativ, insbesondere für die Kinder und die, die selten Gelegenheit haben, sich dieses Szenario mal live anzusehen. Natürlich, wenn ich als Partei keine anderen Themen finde, um auf mich aufmerksam zu machen, dann versuche ich es eben mit solcher Stimmungsmache. Meine Meinung: voll daneben. Den Machern der Trier-Galerie sei gesagt: Weiter so! Hans-Henning Trautmann, Konz Als ich Ihren Artikel im TV gelesen habe, wusste ich nicht, ob ich darüber lachen oder mich aufregen sollte. Ich finde die Idee von Herrn Naumes, den Kindern die Tiere nahezubringen, hervorragend. Wie bereits in dem Artikel erwähnt haben viele Stadtkinder noch nie lebende Hühner, geschweige denn Küken je zu Gesicht bekommen. Die Initiative, Kindern die Natur nahe zu legen, sollte besonders von einer Organisation wie den Grünen unterstützt und nicht mit negativen Gedanken belastet werden. Natürlich ist eine Haltung von Geflügel in Legebetrieben alles andere als schön, und man sollte die Augen davor keineswegs verschließen. Aber mit der Aussage, es werde ein "Grüne-Wiese-Friede-Freude-Eierkuchen-Bild" vorgegaukelt, macht sich Peter Hoffmann, Sprecher der Grünen Jugend in Trier-Saarburg, meiner Meinung nach in diesem Zusammenhang lächerlich. Denn schließlich handelt es sich bei den gezeigten Küken nicht um solche aus Legebetrieben, sondern aus einer vorbildlichen Haltung. Und anstatt diese hervorragende Einstellung zur richtigen Haltung lobend zu erwähnen, haben die Grünen nichts Besseres zu tun, als Herrn Naumes für seine Initiative anzugreifen. Angesichts solcher Unvernunft und Unverschämtheit kann man doch bloß den Kopf schütteln. Vielleicht sollten die Grünen, statt ewig schwarzzumalen, einmal selbst etwas mehr Initiative zeigen! Sandra Becker, Sitzerath