IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Strahlende Königin Stella I. thront über 2500 gelben Blüten" (TV vom 4. April) über das Narzissenfest in Schillingen:

Die eiszeitlichen Narzissenwiesen im oberen Ruwertal bei Zerf sind gewiss ein Juwel des Naturschutzes. Ihretwegen wurde der Ruwertalradweg dort auf Drängen des Naturschutzes nicht wie sonst überall auf der ehemaligen Bahntrasse, sondern auf einer Strecke von etwa drei Kilometern seitab auf vorhandenen Waldwegen geführt. Der Naturschutz befürchtete durch die Nähe des ehemaligen Bahndammes zu den Narzissenwiesen Missachtung und Vandalismus an den geschützten Pflanzen. Da der Ersatzradweg auf den Waldwegen erhebliche Steigungen und Gefällestrecken sowie gefährliche Kurven aufweist, bildet er für Radfahrer eine deutliche Hürde im Vergleich zu der komfortablen Fahrqualität des gleichmäßig verlaufenden Ruwertalradweges auf der ehemaligen Bahntrasse, sodass etliche Radfahrer hier umkehren und die Ausweichstrecke meiden. Inzwischen haben aber auch die Naturschützer eingesehen, dass ihre Befürchtungen nicht gerechtfertigt waren und dass den Narzissen trotz gestiegener Bekanntheit kein Schaden geschieht, weil die Menschen das Naturerlebnis durchaus zu schätzen wissen und achten. Der Ruwertalradweg erfreut sich sowohl bei Profiradlern als auch bei Freizeitradlern und Radwanderern großer Beliebtheit. So bestehen der Wunsch und die Bitte aller Nutzer an den Baulastträger des Radweges, ihn im Zerfer Abschnitt doch noch auf alter Bahntrasse zu vervollständigen und herzustellen. Die Kosten dürften überschaubar sein, da die Trasse samt Brücken noch vollständig vorhanden ist. Der Ruwertalradweg ist ein Juwel für Radfahrer in einem Juwel von Landschaft und würde für diese Verbesserung höchst dankbar sein. Eckart Leipprand, Trier