IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Wenn Sternsinger nur auf Bestellung kommen" und Kommentar "Kirche muss bequeme Position verlassen" von Benedikt Laubert (TV vom 6. Januar):

Wir freuen uns jedes Jahr darüber, wenn die Sternsinger zu uns kommen, und wir sorgen dafür, dass wir zu Hause sind. Es ist immer schön zu sehen, wie die Kinder mit viel Eifer und Freude diese Aufgabe übernehmen, um anderen Kindern zu helfen. Ich kann gut verstehen, wenn die Kinder manchmal keine Lust haben. Viele öffnen nicht die Tür. Es kommt auch immer wieder vor, dass die Kinder beschimpft werden. Wenn Sternsinger nur auf Bestellung kommen, sind sie auch wirklich willkommen. Elsbeth Feld, Trier Das Sternsingen hat, wie im Artikel angemerkt, eine lange Tradition. Es wäre sehr schön und auch wünschenswert, diese fortzuführen. Beim Sternsingertag des Dekanates Bitburg werden alljährlich etwa 150 Kinder auf die Aktion in verschiedenen Workshops vorbereitet. Sehr viele Ehrenamtliche sind mit viel Herzblut dabei. Diese Aktion des Dekanates ist ein Angebot und freiwillig. So, finde ich, ist es in Ordnung. Ein Pfarrer bei neun Pfarreien kann diese Arbeit nicht leisten. Leider fehlen uns auch oft Ehrenamtliche, die mit den Kindern Lieder einüben oder einen Gottesdienst vorbereiten. Aber wer dies möchte, kann gerne beim Vorbereitungstag, im Schulzentrum in St. Mathias dabei sein. In den Schulen fehlen leider auch Stunden. Wenn Kinder wegen eines Fußballspiels nicht am Sternsingen teilnehmen, ist es zwar schade, aber Konkurrenz nenne ich das nicht. Und wenn man einen Vorwurf machen möchte, wieso dann nicht dem Sportverein, anstatt immer nur der Kirche. In unserer Gemeinde sind die Kinder bei allem mit Freude und Elan dabei, und das ist doch die Hauptsache. Margot Ixfeld, Oberweis In Kasel gab es wie seit mehr als 35 Jahren die Sternsingeraktion. 35 Kinder zogen bei doch recht eisigen Temperaturen von Haus zu Haus, brachten den Segen zum neuen Jahr und sammelten für notleidende Kinder in Kenia den tollen Betrag von 2711 Euro. Dass diese Aktion hier vor Ort so gut durchführbar ist, liegt an der guten Zusammenarbeit von Eltern, Schule und pastoraler Unterstützung in dieser Zeit. Frühzeitige Information, Interesse der Eltern und Kinder am "Gutes-tun-wollen" und immer wieder die persönliche Ansprache haben ein gutes Team wachsen lassen. Die Teilnahme von ehemaligen Sternsingerkindern als Betreuer der Sternsingergruppen zeigt uns, dass der Weg richtig ist und es weitergeht. Vielen Dank an alle, die in diesem Jahr diese Aktion wieder so wunderbar gestaltet haben. Hilde Herres, Kasel Ich danke für den guten Artikel über die Sternsinger, der im TV veröffentlicht wurde. Es ist schön, dass er auf diesem Weg auf diese wichtige Aktion aufmerksam macht. In der Tat wird es immer schwieriger, Kinder und Jugendliche für Aktionen der kirchlichen Jugendarbeit zu gewinnen. Der Terminkalender vieler Kinder und Jugendlichen ist teilweise so individuell, dass Gruppenangebote kaum noch eine Chance haben. Ich finde das schade und auch irgendwie bedenklich. Zum Beispiel ist es nur noch sehr schwer möglich, Gruppenstunden für Messdienerinnen und Messdiener anzubieten, weil es fast keine zeitlichen Schnittmengen im Ablauf der Woche mehr gibt. Dies ist eine gesellschaftliche Entwicklung, die sicher nicht nur positiv zu sehen ist. Was mich am Kommentar stört, ist, dass er von der "bequemen Position der Kirche" spricht. Ich überblicke nun die kirchliche Jugendarbeit in unserem Bistum seit mehr als 20 Jahren. Hier gibt es sehr viel haupt- und ehrenamtliches Engagement, das mit immer neuen Ideen und mit beträchtlichem Aufwand versucht, kirchliche Jugendarbeit im Kontext der oben genannten gesellschaftlichen Entwicklungen zum Wohl der Kinder und Jugendlichen aufrecht zu erhalten. Diese Arbeit ist alles andere als "bequem". Sie ist oft sehr zeit- und kräfteaufreibend und setzt einen sehr hohen personalen Einsatz voraus, der an vielen Orten mit großem Engagement geleistet wird. Insofern wird die Aussage der Realität in unserem Bistum nicht gerecht. Monsignore Dr. Michael Bollig, Pfarrer Kirchengemeinde Heilige Edith Stein, Trier

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