IHRE MEINUNG

Zum Leserbrief "Erdkabel ist wirtschaftlich sinnvoller" (TV vom 22. Mai) und dem Projekt, im Hochwald eine Stromtrasse für Windkraftstrom zu bauen:

Eine Freileitung von 110 Kilovolt ist belastungsfähiger, stör-unanfälliger und kostengünstiger als ein vergleichbares Erdkabel. Die Vorteile verbessern sich mit zunehmender Leitungslänge. Eine Trassenführung im Wald ist für beide Varianten nicht sinnvoll. Hier liegen aber unterschiedliche Modelle vor. Ich stelle die Hochspannungsleitung bezüglich ihrer Notwendigkeit in Frage. Eine Überprüfung der Betriebsstundenzahl im Jahr hat bei den meisten Windkraftstandorten in Rheinland-Pfalz nur ein Viertel bis ein Drittel der veranschlagten Betriebsstunden ergeben. Mir gefallen die Hochspannungsleitungen auch nicht. Sie sind aber zurzeit aus wirtschaftlichen Gründen nicht durch Kabel zu ersetzen. Warum ist wohl eine 850 Kilometer lange Leitung für Wind- und Wasserstrom von Norwegen nach Schleswig-Holstein geplant? Rheinland-Pfalz wird energiepolitisch immer ein Zwerg bleiben, da beim derzeitigen Konzept die 50-Hertz-Netzfrequenz-Synchronität durch das Grundnetz bestimmt wird. Das heißt: Windkraftgeneratoren und Photovoltaikanlagen werden beim Ausfall des Grundnetzes abgeschaltet. Ich halte unsere politischen Vertreter in Rheinland-Pfalz bei dieser Thematik für überfordert. Und Gutachter sind nicht unabhängig. Hans Notermanns, Farschweiler