IHRE MEINUNG

Zum Bericht "Die große Angst vorm bösen Wolf" und zur Meinung "Alle brauchen Schutz" (TV, 12. Januar):

"Der Wolf ist nach Deutschland zurückgekehrt." Was die Naturschützer enthusiastisch bejubeln, erfüllt die Schaf- und Mutterkuh-Halter mit großer Sorge. Auch der Großteil der Jäger in Deutschland sieht die "Heimkehr" des Wolfes eher skeptisch. In den Wäldern von Rheinland-Pfalz leben circa 20 000 Stücke Rotwild. Auf den landwirtschaftlich genutzten Flächen werden 250 000 Rinder und 60 000 Schafe gehalten. Die Ernährung der Wölfe scheint also gesichert! Das Rotwild darf nur in behördlich ausgewiesenen Regionen leben. Die Waldschäden werden von den Jagdausübungsberechtigten getragen, ebenso die Feldwildschäden. Auf alle Aufwendungen für die Jagd zahlt der Jagdausübungsberechtigte zusätzlich eine Jagdsteuer an den Landkreis. Es gibt (noch) keine ausgewiesenen Lebensräume für den Wolf. Derzeit sollen in Deutschland etwa 400 Wölfe leben. Bei einer Reproduktionsrate von 30 Prozent werden es im Jahre 2027 etwa 4000 Wölfe sein. Schutzvorrichtungen gegen die Wölfe für Schafherden und Mutterkuhhaltungen werden aus Steuermitteln bezuschusst. Ebenso werden Schafs-, Kälber- und Fohlenrisse vom Steuerzahler erstattet. Es würde viel Pfeffer aus der Diskussion genommen, würde man - analog zum Rotwild - "Wolfsgebiete" ausweisen, in denen der Wolf unbehelligt leben kann. Dazu würden sich die großen, überwiegend in staatlichem Besitz befindlichen Waldgebiete anbieten, ebenso die Truppenübungsplätze. Außerhalb dieser Wolfsregionen müsste der Wolf aber bejagt werden, vor allem dann, wenn er in intensiv land- und viehwirtschaftlich genutzten Landesteilen auftaucht und dort Schäden verursacht. Das würde auch das Unverständnis vieler Jäger abbauen helfen, die nicht einsehen wollen, dass das Rotwild nur noch als Schadensverursacher angesehen und behandelt wird, während die Wölfe mit einem Heiligenschein traben dürfen. In Rheinland-Pfalz leben 200 Menschen auf dem Quadratkilometer, in Polen die Hälfte davon und in Kanada drei. Deutschland hat das dichteste Straßennetz Europas. Deutschland ein Wolfsland? Ganz sicher nicht. Es wird bald mehr Probleme geben, als wir lösen können. Bernd Krewer, Kinderbeuern Ich hoffe, beim Thema Ansiedlung vom Wolf siegt der normale Menschenverstand bei den entscheidenden Personen. Wägt man wirklich alle Pro- und Kontra-Argumente gegeneinander ab, kann man nicht für eine Ansiedlung des Wolfes sein. Die Menschen im hiesigen Bereich können in den letzten mehr als 130 Jahren nicht dumm gewesen sein. Wir lebten nicht schlecht ohne den Wolf und können auf eine große Artenvielfalt in unserer Natur stolz sein. Das Gezänk um etwaige Abschüsse und Schadenersatz brauchen wir doch nicht wirklich. Der Wolf frisst kein Gras. Auf der Kasselburg in Pelm (Gerolsteiner Land) oder im Saarland sind Wölfe in einem großen Park, wo man die Tiere bewundern kann. Die gemachten Fehler mit und über 100 Tieren im Münsterland müssen wir hier nicht wiederholen. Kaum noch eine Kuh steht auf der Wiese. Nur große und gute Flächen werden auf Dauer maschinell gepflegt. Nicht nur unsere Landschaft hat sich verändert. Kein Mensch wird mehr kleine Gruppen von Schafen, Ziegen oder kleinen Pferden halten, um wirkliche naturnahe Landschaftspflege zu gestalten, sollte der Wolf hier ansiedeln. Wer pflegt dann die Landschaft? Der Steuerzahler wird die ideologischen Ideen einer Minderheit zahlen müssen. Nur um ein Tier anzusiedeln, kann man doch nicht viele andere Tierarten aufgeben. Mit der Ansiedlung des Wolfes ist das Problem in einigen Regionen, in denen es zu viel Rotwild und so weiter gibt, nicht zu beheben. Johannes Burggraf, Birresborn