IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über den Schienen- und Straßenverkehr in Trier:

Immer mehr Bürger aus den westlichen Stadtteilen von Trier beschweren sich über Lärmbelästigung durch die Bahn und den zunehmenden Lärm durch den Straßenverkehr. Berechtigt! Aber was ist mit den Bürgern auf der anderen Moselseite? Gibt es dort keinen Lärm? Ich wohne seit 2008 in etwa 20 Metern Höhe hinter dem Wasserschifffahrtsamt, wo sich auch mein renovierter Balkon befindet (Auf der Steinrausch). Sonne satt, wenn man sie auch genießen könnte. Seit einigen Jahren ist es hier vorbei mit der Gemütlichkeit. Die Lärmbelästigung durch den Straßenverkehr am Pacelliufer ist unerträglich geworden. Wenn ich von meinem Balkon aus meine Blicke auf die untere Töpferstraße schweifen lasse, sehe ich kaum noch Menschen auf ihren Balkonen und in den gepflegten Gärten hinter den Häusern. Früher wurde hier am Wochenende gefrühstückt, Kaffee und Kuchen genossen und gegrillt. Man hat sich Freunde zur Geburtstagsfeier eingeladen. Heute werden die Gärten nur noch gelegentlich von Familien mit Kindern genutzt, weil sie gefahrlos spielen können. Auf den Balkonen herrscht gähnende Leere. Es grenzt schon an ein Wunder, dass seit zwei Jahren die Lärmbelästigung durch das Volksfest in den Moselauen nicht mehr stattfindet. Dafür werden die Anwohner nachts durch quietschende Reifen und Vollgas unter der Konrad-Adenauer-Brücke im Stadtteil Euren aus dem Tiefschlaf gerissen. Im Feierabendverkehr hört man sie kommen, dann wird es beim Ausrollen in der Zufahrt zur Konrad-Adenauer-Brücke etwas leiser. Dann wird wieder richtig Gummi gegeben. Ich schätze, Tempo 100 oder 150 mit manipulierter Auspuffanlage sind keine Seltenheit. Ein bis zwei Prozent der Motorradfahrer sind eine Gefahr und beschädigen das Ansehen der pflichtbewussten Verkehrsteilnehmer. Bei einer Veranstaltung in den Moselauen waren die Bässe der Musikanlage so stark eingestellt, dass die neue Balkonverkleidung vibrierte. Es war unerträglich. Gefordert sind Behörden, Ortsvorsteher und Hauseigentümer. Die Wohnqualität sinkt. Langfristig wirkt sich dieser Zustand negativ auf Vermietung und Höhe der Mieten aus. Hans-Albert Krämer, Trier