IHRE MEINUNG
Zum Bericht "1800 Schaulustige besichtigen Militärfahrzeuge" (TV vom 8. Juli):
Den "Erlebnis- und Ausstellungstag" mit Militärfahrzeugen und Panzerhaubitzen auf dem Gelände der Wehrtechnischen Dienststelle in Trier-Kürenz haben 1800 Menschen besucht, "dreimal so viele wie 2012". Sie werden als "Schaulustige" bezeichnet. Ihre "Lust" an einer solchen "Schau" ist mir allerdings in heutiger Zeit völlig unerklärlich. Das zu Schau gestellte Gerät ist martialisches Kriegsmaterial, Teil einer Tötungsmaschinerie, teilweise aus den beiden Weltkriegen. Es ist Zeuge von Grauen, Leid und Tod. Zeitgleich mit der Schau sterben Menschen durch Raketenbeschuss und Panzer im Gazastreifen, in Syrien, in Mali, in der Ukraine. Wie naiv und zynisch ist da der Besuch einer "Erlebnistages" mit Militärfahrzeugen, auf denen die Schaulustigen "auch mitfahren konnten"? Im Saarland lief ein Aktionsmonat zum Thema "Militarisierung der Gesellschaft", dessen Flyer einen Panzer zeigt und mit der Überschrift "Militär auf dem Vormarsch" titelt. In Anbetracht schleichender Militarisierung zeigte ein Aktionsbündnis unter anderem die Ausstellung "Wir scheuen keine Konflikte - Gewaltfrei für den Frieden" und bot Friedensbildung an Schulen an. Wie nötig das ist. Stefan Endres, Wittlich