IHRE MEINUNG

Zur Berichterstattung über Radfahrer in der Fußgängerzone und das Radwegenetz in der Stadt Trier:

"Radfahrer sind arme Schlucker und kaufen nicht viel." Dieses Vorurteil, das sich seit Jahrzehnten hartnäckig hält, ist nicht auszurotten und einer der Gründe, warum diese Verkehrsteilnehmer von der Verkehrspolitik und der Trierer Geschäftswelt restriktiv und geringschätzig behandelt werden. Wenn die Trierer Einzelhändler und Gastronomen sich endlich dazu durchringen könnten, auch die fahrradfahrenden Verkehrsteilnehmer als gleichwertige Kunden anzuerkennen, ließe sich manche Maßnahme wahrscheinlich leichter durchsetzen - wie zum Beispiel die Markierung von Radwegen durch die Fußgängerzone, wo der Platz es erlaubt (und er erlaubt es an vielen Stellen). Der eine oder andere Gastronom dürfte vielleicht ein paar Tische weniger rausstellen, und mancher Einzelhändler statt Kleiderständer müsste eventuell einen Fahrradständer bereitstellen. Ich glaube, ein großer Teil des Problems wäre damit schon gelöst. Denn dieser Flickenteppich, der in Trier euphemistisch als "Radwegenetz" bezeichnet wird, zwingt förmlich dazu, sich gelegentlich illegal fortzubewegen, wenn man nicht unter die (Auto)-Räder kommen will. Im Übrigen sind auch Fußgänger verpflichtet, sich diszipliniert und umsichtig zu verhalten, besonders, wenn sie mit Kopfhörern in den Ohren die Radwege kreuzen beziehungsweise auf denselben spazieren gehen und "rücksichtsloses" Klingeln nur noch auf taube Ohren stößt. Gerhild Scholzen-Wiedmann, Trier