IHRE MEINUNG

Zur Diskussion über Tempolimits und die mögliche Einrichtung einer Tempo-20-Zone im Bereich Weberbach/Konstantinstraße in Trier sowie zum Leserbrief "Autofeindliche Politik geht mir auf die Nerven" von Wilfried Knickrehm (TV vom 21. November):

Bündnis 90/Die Grünen sind mit diesem Vorschlag weit von der Realität entfernt. Wer diesen Verkehrsknoten schon öfter tagsüber passiert hat, stellt immer wieder fest, dass man fast nur im Schritttempo fahren kann beziehungsweise im Rückstau warten muss, da beide Zebrastreifen von Fußgängern stark frequentiert werden. Die Forderung der Grünen, hier Tempo 20 einzuführen, um den Verkehr zu beruhigen, wäre ein Schildbürgerstreich. Solche Forderungen sind rein populistischer Art und führen bei Bürgern lediglich zu einem Kopfschütteln. Wenn man hier eine Verkehrsberuhigung erreichen will, müsste die Weberbach bis zum Basilika-Platz und auch die Mustorstraße bis zur Straße An der Meerkatz als Sackgasse ausgewiesen werden. Lediglich die städtischen Linienbusse hätten freie Durchfahrt. Konrad Theis, Trier Den Kommentar von Herrn Knickrehm zur Autopolitik muss man nicht noch ergänzen. Sehr unterstütze ich dagegen seine plastische Schilderung zum Verhalten der Radfahrer im Stadtgebiet. Der neuralgische Knotenpunkt Porta Nigra ist für Fußgänger eine Zumutung! Die Bürgersteige der Paulinstraße, der Theodor-Heuss-Allee, der Petrusstraße und der Christophstraße werden wie selbstverständlich von Radfahrern befahren, die weder an Fußgänger-Überwegen noch an Engpässen wegen Bushaltestellen (zum Beispiel vor der Sparkasse) oder Baustellen absteigen oder auf die Straße wechseln. Nichts gegen Radfahrer - bestimmt nicht. Aber per Rad in der Stadt ist der Radfahrer um so vieles schneller als ein Fußgänger (und eventuell auch als ein Autofahrer), dass ihm sogar die Nutzung von Nebenstraßen einen Zeitgewinn garantieren! Aber lasst bitte den Fußgängern die Bürgersteige! Heinz F. Senger, Trier Ich erkenne an, dass sich die Stadt bemühen muss, die Bedingungen für einen umwelt-, stadt- und sozialverträglichen Verkehrsentwicklungsplan im Positiven zu verändern. Allerdings darf nicht die Ideologie das Handeln bestimmen. Eine Tempo-30-Zone in der östlichen Altstadt und am Knotenpunkt vor der Konstantin-Basilika möglicherweise sogar Tempo 20 einzuführen, halte ich für Ideologie. Überzogene Verkehrsregelungen sind für eine lebendige Einkaufsstadt wie Trier tödlich, wenn die Erreichbarkeit der Geschäfte weiter eingeschränkt werden soll. Die Stadt ist darauf angewiesen, dass ihre Infrastruktur gut funktioniert, denn sie trägt zu wirtschaftlichem Wohlstand bei. Durch die Behinderungen des Autoverkehrs aufgrund überzogener Fahrradspuren in der Gartenfeld- und Mustorstraße wird der fließende Verkehr in diesem Bereich bereits heute abgewürgt. Ich plädiere dafür, Überregulierung im innerörtlichen Verkehr zu reduzieren und stattdessen durch Stärkung sozialer Umgangs- und gegenseitiger Rücksichtsnahme die erhofften Verbesserungen anzustreben. Durch weitere Schikane den Zugang zur Innenstadt zu erschweren, ist der falsche Weg. Ob man will oder nicht, auch in Zukunft bleibt das Automobil ein unverzichtbares Element der Mobilität. Der Kreuzzug für oder gegen das Auto sollte eigentlich vorbei sein. Man kann nur hoffen, dass die Bürger wirksam am politischen Willensbildungsprozess beteiligt werden, insbesondere auch der Einzelhandel und die Gastronomie, damit durch einen Schnellschuss nicht wirtschaftliche Einbußen entstehen. Ich teile die Auffassung von TV-Redakteur Marcus Hormes, dass Tempo-30-Zonen in Wohngebieten und an Gefahrenstellen Sinn machen, die Einhaltung auch kontrolliert werden muss. Aber bitte kein Schleichzwang. Manfred Maximini, Trier